Zwei-Klassen-EU: Kühle für die Chefs, Hitze für die Sherpas

Zwei-Klassen-EU: Kühle für die Chefs, Hitze für die Sherpas
Foto: Symbolbild

Brüssel. Auch die „Europa-Hauptstadt“ Brüssel ächzt unter der Sommerhitze. Aber intern verteilen die Eurokraten die Hitze höchst unterschiedlich. Wie die US-Zeitung „Politico“ in Erfahrung bringen konnte, kam es im Parlamentsgebäude zu Stromausfällen, weil die Klimaanlagen den Energiebedarf in die Höhe trieben. Die Hausverwaltung im Palais Berlayment, dem in die Jahre gekommenen Hauptsitz der Kommission, griff zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: die Kühlung wurde abgestellt – aber nur in den Etagen 1 bis 7. Dort arbeiten die meisten Angestellten. Die oberen Stockwerke 8 bis 13 hingegen blieben davon ausgenommen – hier blieb es demzufolge weiterhin angenehm kühl. Hier residieren Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und ihre Kommissare. Hier verursachte die Klimaanlage offenbar keine Probleme.

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Für das einfache Personal gab es keine technische Abkühlung, sondern lediglich kluge Empfehlungen: viel trinken, den Arbeitsbeginn vorziehen und die Mittagshitze drinnen verbringen.

Die Betroffenen reagierten durchaus mit Unmut. Ein Angestellter sprach von Zuständen „wie im Feudalismus“, ein anderer nannte die Ungleichbehandlung eine „Schande“. Auch der Hinweis eines hohen Beamten aus dem achten Stock, daß es dort trotz funktionierender Kühlung immer noch 25,7 Grad habe, wirkte nicht wirklich deeskalierend. (mü)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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