Wehrpflicht-Fragebogen: Der Papierkrieg ist eröffnet

Wehrpflicht-Fragebogen: Der Papierkrieg ist eröffnet
Foto: Symbolbild

Berlin. Die Bundeswehr verschickt seit Januar Einladungsschreiben mit einem Fragebogen zum Wehrdienst. Grundlage ist das neue „Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes“. Bis zum 24. April traf die Post bei 194.000 jungen Deutschen ein. Jeder 18jährige Mann muß den Bogen ausfüllen und sich für einen möglichen Wehrdienst registrieren lassen. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums räumte ein, es lägen noch „keine verläßlichen“ Daten zu den Rückmeldungen vor.

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Der Fragebogen erhebt persönliche Angaben: körperliche Verfassung, Gesundheit, Bildungsstand und das Interesse an einem Militärdienst. Bei Interesse sollen die jungen Männer ihre bevorzugte Teilstreitkraft und die mögliche Dienstdauer nennen – sechs Monate bis über sechs Jahre sind möglich. Frauen können freiwillig antworten, sie sind nicht verpflichtet.

Das Gesetz vom Jahresende 2025 soll die Truppenstärke erhöhen: von 186.000 auf 260.000 Soldaten bis Mitte der 2030er Jahre, dazu 200.000 Reservisten. Seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts 2022 diskutieren Regierungsvertreter über eine Aufstockung des Militärs – mit Verweis auf eine angebliche russische Bedrohung. Kremlchef Wladimir Putin hat solche Spekulationen über vermeintliche Angriffspläne gegen die NATO wiederholt als „Unsinn“ bezeichnet.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach sich für die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus. Kritik kommt von jungen Menschen: Anfang März protestierten Tausende Studenten in Berlin gegen die Regierungspläne. 2011 war die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt worden. (rk)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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