Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD triumphiert mit rund 44 Prozent

Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD triumphiert mit rund 44 Prozent
Foto: Symbolbild

Magdeburg. Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar gewonnen. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt sie auf etwa 44 Prozent und verdoppelt damit ihr Ergebnis von 2021 (damals 20,8 Prozent). Es handelt sich um das bislang beste Landtagswahlergebnis der Partei. Eine absolute Mehrheit rückt allerdings in weite Ferne, da die übrigen im Landtag vertretenen Parteien zusammen mehr Stimmen haben.

Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze erleidet eine schwere Niederlage und liegt bei rund 17,5 bis 18 Prozent – deutlich unter dem bereits schwachen Ergebnis von 2021 (37,1 Prozent) und unter dem historischen Tiefstand von 1998. Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP hat keine Mehrheit mehr; die FDP scheitert klar an der Fünf-Prozent-Hürde.

Weitere Ergebnisse laut Hochrechnungen (Stand: 9.9.26, 21.30 Uhr):

  • Linke: ca. 9 Prozent
  • SPD: ca. 9 Prozent
  • Grüne: 8,6–9 Prozent
  • BSW: 5,0–5,1 Prozent (damit nach den vorliegenden Zahlen im Landtag)

Die Wahlbeteiligung lag mit etwa 78 Prozent deutlich über dem Wert von 2021 (60,3 Prozent) und erreichte bereits am Nachmittag Rekordwerte.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sprach von einem historischen Erfolg und einer politischen Wende. Er signalisierte Gesprächsbereitschaft bei Themen wie Migration und Sicherheit, betonte aber, er wolle nur dann Ministerpräsident werden, wenn die AfD allein regieren könne. Parteichefin Alice Weidel sprach von einem klaren Regierungsauftrag. CDU-Chef Schulze zeigte sich enttäuscht und gratulierte dem Wahlsieger.

Eine Regierungsbildung ohne die AfD erscheint schwierig, da keine andere Partei mit ihr koalieren will. Der neue Landtag muss spätestens Anfang Oktober zusammentreten. Die Wahl gilt auch als Stimmungstest vor den anstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. (se)

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