Neue Regeln für die Straße von Hormus: Es geht auch ohne Uncle Sam

Neue Regeln für die Straße von Hormus: Es geht auch ohne Uncle Sam
Foto: Symbolbild

Washington/Teheran. Das gefällt den USA überhaupt nicht: unerachtet wüster Vernichtungsandrohungen aus Washington verhandeln Iran und Oman über eine dauerhafte Regelung für die künftige Nutzung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Kriegsschiffe sollen die Meerenge demnach überhaupt nicht mehr passieren dürfen. Handelsschiffe mit Kurs auf den Persischen Golf müßten iranische Gewässer nutzen, in Gegenrichtung wären teilweise iranische und omanische Seegebiete vorgesehen.

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Die Regelung soll zunächst für 60 Tage gelten. In dieser Zeit wollen Teheran und Maskat über eine dauerhafte Lösung beraten, heißt es in Berichten unter Berufung auf Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi. Oman vermittelt zugleich zwischen Iran und den USA.

An ihrer engsten Stelle ist die Straße von Hormus nur 38,6 Kilometer breit. Vor dem Krieg wurden dort nach Angaben des Berichts rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gasverkehrs abgewickelt. Washington lehnt die iranisch-omanische Initiative ab. Die USA betrachten Hormus als internationale Wasserstraße und bestreiten das Recht eines einzelnen Staates, über die Durchfahrt zu bestimmen. Präsident Trump verlangt ultimativ die Öffnung der Meerenge als Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Verhandlungen über eine dauerhafte Friedensregelung im Krieg mit Iran.

Das ist nachvollziehbar, wobei das Argument, die Straße von Hormus sei eine „internationale Wasserstraße“, vom Kern des Problems ablenkt. Ungleich wichtiger ist, daß die USA schlagartig ihre Position am Persischen Golf verlören, wenn es bei der iranisch-omanischen Kontrolle bliebe. Washington wäre als regionale Schutzmacht mit einem Mal überflüssig, wenn sich die Anrainerstaaten untereinander einig wären. Schon vor geraumer Zeit haben auch andere Golfstaaten, die derzeit unter dem Krieg – und der Unfähigkeit der US-Streitkräfte, sie vor iranischen Vergeltungsangriffen zu schützen – leiden, ihre Bereitschaft bekundet, sich mit der iranischen Oberhoheit über die Straße von Hormus zu arrangieren. Teheran hat dafür bereits eine eigene Behörde installiert, die von durchfahrenden Schiffen Mautgebühren erheben soll.

Das Problem für Washington: die USA sind derzeit gar nicht in der Lage, der Region und insbesondere den Iranern ihren Willen zu diktieren. Nachdem der Iran der stärksten Militärmacht der Welt ein halbes Jahr erfolgreich die Stirn geboten hat, ohne einzuknicken, ist der Lack ab. Die USA sind ein Papiertiger. Ihre Rolle als Sheriff am Golf ist wohl unwiderbringlich dahin. (mü)

Bild von Franck Barske auf Pixabay

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