US-Streitkräfte unter Druck: Es reicht nicht einmal mehr für die Heimatverteidigung
Washington. Während die US-Regierung im wieder aufgeflammten Iran-Konflikt widersprüchliche Signale aussendet, sprechen die militärischen Fakten eine unmißverständliche Sprache: der Iran-Einsatz bindet offenbar so viele amerikanische Kräfte, daß inzwischen selbst die Verteidigungsfähigkeit der USA betroffen sein könnte. Ein bislang nicht veröffentlichter Bericht der obersten US-Militärführung, über den die „Washington Post“ berichtet, enthält demnach deutliche Warnungen ranghoher Generäle und Admirale an Kriegsminister Pete Hegseth. Sie raten von einer weiteren Ausweitung der Operationen gegen Iran ab. Die Veröffentlichung löste zugleich eine Debatte über die Geheimhaltung der Quelle aus.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Für den seit Ende Februar rollenden Einsatz im Nahen Osten mußten das europäische, pazifische und südliche US-Kommando Schiffe, Flugzeuge und weiteres Gerät abgeben. Nach Angaben des Berichts beeinträchtigt dies die Einsatzmöglichkeiten der US-Streitkräfte in den jeweiligen Regionen und inzwischen sogar den Schutz des amerikanischen Kernterritoriums. Besonders angespannt sei die Situation bei der Marine. Der Chief of Naval Operations hält die Belastung demnach für nicht dauerhaft durchzuhalten. Lediglich rund ein Viertel der US-Zerstörer soll einsatzbereit sein.
Auch bei wichtigen Waffensystemen werden schon seit längerem Engpässe genannt. Die Bestände an „Patriot“- und THAAD-Abfangraketen sowie an „Tomahawk“-Marschflugkörpern sollen in den letzten Monaten erheblich geschrumpft sein. Rund 25 Prozent der „Reaper“-Drohnenflotte seien im Schlagabtausch mit dem Iran verlorengegangen – eine geradezu sensationelle Bilanz, wenn man bedenkt, daß die US-Streitkräfte praktisch seit dem Afghanistan-Einsatz keine nennenswerten Verluste mehr einzustecken hatten. Hinzu kommen Schäden in Milliardenhöhe an amerikanischen Militärstützpunkten im Nahen Osten.
Parallel dazu soll Iran nach Auswertung von Satellitenbildern auch mit dem Wiederaufbau seiner im vergangenen Jahr zerstörten (?) Atomanlagen begonnen haben.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete Iran am Montag erneut als „gescheiterten Staat“ und „tot“ und drohte mit weiteren Angriffen. Das kann jedoch nicht davon ablenken, daß sich die USA zusätzlich zu den militärischen auch noch durch die wirtschaftlichen Belastungen durch Krieg, steigende Energiepreise und den Zollstreit mit Kanada herausgefordert sehen. Bei den Zwischenwahlen im November könnten die Republikaner die Quittung dafür bekommen, obwohl auch die Demokraten weiter in einer veritablen Krise stecken. (mü)
Bild: U.S. Army photo by Spc. Javan Johnson
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin
Kommentare 0
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!