Unsichere „Partner“ im Westen: AfD will deutsches Gold zurückholen

Unsichere „Partner“ im Westen: AfD will deutsches Gold zurückholen
Foto: Symbolbild

Berlin. Die AfD fordert die sofortige Rückführung sämtlicher deutscher Goldreserven aus dem Ausland. In einem aktuellen Antrag der AfD-Bundestagsfraktion heißt es, das deutsche Staatsgold müsse „zwingend vollständig in inländisch-deutschen Tresoren gelagert sein“. Nur so könne man Eigentümerschaft und Handlungsfähigkeit sicherstellen.

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Aus der Begründung spricht nachvollziehbares Mißtrauen gegen die westlichen Partner: „In Krisen- oder Spannungsfällen kann der physische Zugriff auf im Ausland gelagertes Gold beispielsweise durch Sanktionen blockiert werden.“ Die AfD verweist auf EU-Überlegungen zum Einfrieren russischer Vermögen und die Pläne von US-Präsident Donald Trump zur Kontrolle venezolanischer Öleinnahmen. Auch vor einem Szenario, in dem die USA ausstehende Zahlungen für Waffenlieferungen einfach mit deutschem Gold verrechnen könnten, warnt der Antrag: „Die Amerikaner könnten den zu zahlenden Betrag einfach in Form des Wertes in Gold einbehalten.“

Bei SPD und Union stößt der Vorstoß erwartungsgemäß auf Ablehnung. Frauke Heiligenstadt, finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, wirft der AfD vor, „erneut Unsicherheit zu instrumentalisieren und aus berechtigten Sorgen billiges Kapital zu schlagen“. Die deutschen Goldreserven seien gut diversifiziert, suggeriert sie, rund die Hälfte lagere ohnehin im Inland, „sodaß unsere Handlungsfähigkeit jederzeit gesichert ist“. Die Lagerung in New York und London sei aus finanzpolitischer Sicht weiterhin sinnvoll.

Tatsächlich lagern derzeit noch 1236 Tonnen Gold im Wert von 164 Milliarden Euro im Tresor der Federal Reserve Bank in New York. Die Debatte darüber ist nicht neu – schon im Januar hatten ehemalige Zentralbanker angesichts der Weltlage einen Abzug gefordert. Die Bundesregierung kann sich dazu bislang nicht durchringen. (se)

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