Unerwünschte YouTube-Kanäle im Visier: „Campact“ fordert Firmen zur Blockierung "rechter" Werbung auf
Berlin. Es ist bewährte linke Einschüchterungsmasche, Werbekunden unter Druck zu setzen und damit mißliebigen, meist rechten oder konservativen Vereinen, Parteien oder Firmen die ökonomische Existenz streitig zu machen. Mitte August nun hat die einschlägige linke Kampagnenorganisation „Campact“ zahlreiche deutsche Unternehmen aufgefordert, ihre Anzeigen auf insgesamt 62 YouTube-Kanälen zu blockieren, die „Campact“ für „Hetz-Kanäle“ hält. Nach Darstellung des Vereins unterstützen diese Angebote direkt oder indirekt die AfD oder verbreiteten Hetze gegen Minderheiten. Firmen sollten bis zum 21. August um 12 Uhr Stellung nehmen.
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„Campact“ verwies darauf, daß die Ausspielung von Werbung bei YouTube automatisiert erfolge. Dennoch liege es bei den Unternehmen, „Hetz-Kanäle als Werbepartner auszuschließen“. Andernfalls würden sie mit ihrem Ruf und möglicherweise auch mit Werbegeldern „Desinformationen und Haß gegen Minderheiten“ fördern. Aldi Süd wurde als Beispiel für ein Unternehmen genannt, das nach einer entsprechenden Aufforderung bereits reagiert habe.
Ein Mitarbeiter eines betroffenen Unternehmens beschrieb die kurze Frist als „unangemessen“. Er wollte weder seinen Namen noch den seines Arbeitgebers nennen. Ob die Geschäftsführung dem Aufruf folgen werde, wollte er offen lassen, räumte aber ein: „Bei solchen Schreiben werden hier viele nervös.“
Von den 62 aufgeführten Kanälen ordnet „Campact“ 44 der AfD oder ihrem Umfeld zu. Andere Angebote werden als „rechtspopulistisch“, „rechtsextrem“ oder „verschwörungsideologisch“ denunziert. Als Grundlage dienen je nach Kanal Beispielvideos oder Medienberichte.
Auch die unabhängige Plattform „Apollo News“ steht auf der Liste. Chefredakteur Max Mannhart erfuhr nach eigenen Angaben von der Kampagne erst durch eine Presseanfrage. Der Druck auf Werbekunden sei „eine abstoßende Methode, die sich gegen den Gedanken der Pressefreiheit wendet“. Sein Medium finanziere sich unabhängig durch Werbung und Leser und habe die AfD mehrfach kritisiert, insbesondere wegen ihrer „anti-westlichen, prorussischen Außenpolitik“.
„Campact“ erklärte auf Fragen nach den Kriterien, es gehe nicht um unbequeme Ansichten, sondern „um Personen, die NS-Parolen bedienen, wiederholt gegen Minderheiten hetzen oder systematisch Falschinformationen verbreiten“. Nach Angaben der Organisation wurden 90 Unternehmen kontaktiert. Knapp 30 hätten inzwischen angekündigt, ihre Sperrlisten anzupassen oder dies zu prüfen, darunter etwa dm – die Drogeriekette hatte sich schon einmal demonstrativ AfD-feindlich gezeigt, als der Verband der Familienunternehmer im November 2025 erstmals auch die AfD zu einem Parlamentarischen Abend einladen wollte. dm hatte den Verband daraufhin öffentlich heftig kritisiert. (rk)
Bild: Pixabay/Gemeinfrei
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