NATO provoziert vor Kaliningrad: Bereitet Rußland den Gegenschlag vor?
Brüssel/Königsberg. Die NATO legt es auf eine weitere Provokation Rußlands an. Im Gebiet der russischen Exklave Kaliningrad (das frühere ostdeutsche Königsberg) ist seit kurzem eine Verdichtung des militärischen Flugverkehrs zu beobachten. Nach einem Bericht des unabhängigen Blogportals „Lost in Europe“ operieren dort seit kurzem NATO-Luftfahrzeuge verschiedener Typen. Neben Awacs-Aufklärern, Tankflugzeugen und F-35-Kampfjets sollen auch Maschinen wie die EA-37B „Compass Call“ und die P-8 „Poseidon“ eingesetzt werden, die vor allem für die elektronische Kriegführung beziehungsweise die Seeaufklärung ausgelegt sind.
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Nach Darstellung des Portals stehen die Operationen unter maßgeblicher Führung der USA. „Lost in Europe“ sieht darin einen Hinweis darauf, daß Washington seine militärische Rolle innerhalb der NATO weiterhin wahrzunehmen bereit ist und nicht die Absicht habe, sich aus den europäischen NATO-Strukturen zurückzuziehen. Der konkrete Anlaß der Übungen wird nicht genannt. Als mögliche Ziele nennt das Portal die Unterstützung der baltischen NATO-Staaten, eine stärkere militärische Kontrolle des Ostseeraums oder einfach eine militärische Machtdemonstration gegenüber Moskau.
Dabei verweist „Lost in Europe“ auch auf eine Einschätzung des „Stern“, nach der das Szenario eine Warnung an Rußland vermitteln könnte: „Wenn Rußland zu weit geht, dann schalten wir in Kaliningrad das Licht aus.“ Das Portal selbst schreibt: „Daß dies geplant ist, wußten wir schon länger. Daß man es übt und dabei ´all in´ geht, ist neu.“
In diesem Zusammenhang wird auch auf einen Bericht der „Sunday Times“ über einen ukrainischen Angriff auf russischem Gebiet verwiesen, bei dem erstmals britische Drohnen eingesetzt worden seien. Die Zeitung bezeichnete den Einsatz als „deep strike“ und als „neuen Schritt in der militärischen Partnerschaft“ zwischen London und Kiew. Nach Angaben einer Quelle aus dem britischen Verteidigungsministerium wolle Großbritannien damit zeigen, daß man „nicht mehr nervös“ wegen einer möglichen russischen Reaktion sei.
Ein nicht näher genannter Experte warnte dem Bericht zufolge jedoch davor, daß der Einsatz britischer Drohnen Moskau dazu veranlassen könne, Produktionsstätten dieser Systeme als militärische Ziele anzusehen. „Lost in Europe“ schreibt dazu: „Völkerrechtlich sind sie dies wohl schon.“
Das Portal verweist ferner auf Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow. Dieser habe angekündigt, Rußland werde „alles zerstören, womit der Westen die Kriegsmaschinerie Kiews unterstützt“. Moskau werde künftig „wesentlich härter“ reagieren.
Dazu könnte der jüngste Besuch von CIA-Chef Ratcliffe in Moskau passen. Beobachter spekulieren auf verschiedenen unabhängigen Kanälen darüber, daß der Besuch einer gesicherten Kommunikation zwischen Washington und Moskau vor dem Hintergrund einer bevorstehenden Eskalation der Ereignisse dienen könnte. Die Rede ist insbesondere vom Szenario eines möglichen russischen Angriffs auf bestimmte „pro-ukrainische“ Ziele in Europa oder eines russischen „Enthauptungsschlages“ gegen Kiew. (mü)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
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