Uncle Sam geht die Puste aus: USA sagen Manöver mit Südkorea ab
Washington/Seoul. Der anhaltend ergebnislose Krieg gegen Iran belastet die militärischen Kapazitäten der „einzigen Weltmacht“ (Zbigniew Brzezinski) mehr, als Washington offiziell zugibt. Jetzt mußten die USA ein für September geplantes gemeinsames Großmanöver mit Südkorea absagen, nachdem bereits ein anderes gemeinsames Militärtraining auf Anordnung von Präsident Trump vorzeitig beendet worden war.
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Wie das südkoreanische Marinekorps mitteilte, begründete Washington die Absage der Übung „Ssangyong“ mit fehlenden Truppenkapazitäten. Wegen des Iran-Krieges stünden nicht genügend US-Soldaten für das Manöver auf Divisionsebene zur Verfügung. Die amerikanische Marineinfanterie habe ihre südkoreanischen Partner bereits im Juni darüber informiert. Geplant waren unter anderem amphibische Landungsoperationen. Beide Seiten stehen nach Angaben aus Seoul in engem Kontakt über eine spätere Wiederaufnahme der Übung – das klingt ersichtlich nach Krisenmanagement. Die US-Streitkräfte in Südkorea wollten sich nicht dazu äußern.
Bereits am vergangenen Freitag war ein weiteres amerikanisch-südkoreanisches Manöver nach der Hälfte der vorgesehenen Zeit abgebrochen worden. Ursprünglich sollte es bis zum 27. August dauern. Trump verwies dabei auf die Kosten der Übung – und auf die Weigerung der Regierung in Seoul, sich am Krieg gegen Iran zu beteiligen.
Aus Nordkorea kommt unterdessen unverhohlene Häme. Die Schwester von Machthaber Kim Yong Un, Kim Yo Jong, erklärte, Südkorea befinde sich in einer „erbärmlichen Lage“, weil seine „Kriegsspiele“ nicht wie vorgesehen fortgesetzt werden könnten. Das südkoreanische Militär sei eine „Marionettenarmee, deren Befehlsgewalt in den Händen der USA liegt“. (mü)
Bildquelle: US Army/Gemeinfrei
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