Trump und der NATO-Oberkommandeur widersprechen: „Putin will nicht angreifen“
Brüssel/Berlin/Washington. Schon seit Jahren befürchten westliche und nicht zuletzt deutsche Entscheidungsträger einen russischen Angriff auf Westeuropa, der schon in wenigen Jahren bevorstehen soll. Einer der prominentesten Vertreter dieser These ist Heeresinspekteur General Christian Freuding. Er fordert: „Wir müssen vorbereitet sein. Wir müssen bereit sein, zu kämpfen.“ Die Jahreszahl 2029 als Datum eines plausiblen russischen Angriffs sei eine „nachrichtendienstliche Einschätzung“, auf die sich die NATO verständigt habe. Die Bundesregierung wiederum sieht sich durch den Leipziger Drohnen-Vorfall Anfang August in ihren Befürchtungen bestätigt und hat die Ereignisse letzte Woche zum Vorwand dafür genommen, weiter gegen Rußland zu vorzugehen. Sie ließ als Reaktion das russische Konsulat in Bonn sowie das Russische Haus in Berlin schließen; weitere Sanktionen sollen folgen.
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Auch der US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker, bezeichnete den Leipziger Vorfall als besonders schwerwiegend und ließ durchblicken, daß er Moskau verantwortlich mache: „Leipzig oder auch die Vorfälle in Polen sind ein anderes Kaliber – das sind aus meiner Sicht die wirklich besorgniserregenden Aktionen.“ Die Reaktion liege zunächst bei den einzelnen NATO-Staaten, die USA würden ihre Verbündeten jedoch unterstützen.
Doch letzteres scheint fraglich, denn in Washington sieht man die Dinge ungleich entspannter. Kein geringerer als US-Präsident Donald Trump widersprach jetzt den hysterischen Stimmen aus Berlin und Brüssel. „Wir sprechen miteinander, ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein NATO-Gebiet angreifen“, sagte Trump auf die Frage, ob der Fund der Sprengstoffdrohne in Leipzig einen russischen Angriff darstelle. Ähnlich hatte sich Trump bereits Ende August geäußert, nachdem CIA-Chef John Ratcliffe überraschend zu Besuch in Moskau war.
Und es gibt noch eine gewichtige Stimme aus den USA, die den europäischen Scharfmachern widerspricht. Auch NATO-Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich erklärte, Rußland sei „nicht auf einen Konflikt aus“. Er habe „die Geheimdienstinformationen sehr genau verfolgt“. Seine Einschätzung: „Rußland sucht keinen Konflikt (...) Sie verstehen den Begriff ‚Verteidigungsbündnis‘, und sie verstehen, daß wir über eine Reihe asymmetrischer Vorteile verfügen.“ (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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