Tod eines Russenhassers: US-Senator Lindsey Graham verstorben

Tod eines Russenhassers: US-Senator Lindsey Graham verstorben
Foto: Symbolbild

Washington. Nach „kurzer und plötzlicher Krankheit“ verstarb am Samstag der langjährige US-Senator Lindsey Graham, wie sein Büro mitteilte. Ähnlich wie im Fall des 2018 verstorbenen Senators John McCain läßt sich auch über Graham posthum nicht viel Gutes sagen – er galt als Russen- und Iranhasser und schürte durch seine demonstrative Unterstützung des Kiewer Selenskyj-Regimes den Krieg in der Ukraine nach Kräften. Nicht weniger als zehnmal besuchte er die Ukraine, forderte wiederholt harte Sanktionen gegen Rußland, Waffenlieferungen und sogar einen Boykott der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi.

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Als Grund für seinen unversöhnlichen Haß schob Graham das „Verhalten Rußlands in der Welt“ vort – namentlich die Gewährung von Asyl für den Whistle-Blower Edward Snowden, dem die Weltöffentlichkeit die Aufklärung über zahllose US-Kriegsverbrechen verdankt, die eigentlich geheim bleiben sollten. „Wenn sie [die russische Regierung; d. Red.] jemandem Asyl gewährt, der meiner Meinung nach Hochverrat an den Vereinigten Staaten begangen hat, dann ist das eine ganz neue Dimension“, sagte Graham seinerzeit dem Sender NBC News. Bei anderer Gelegenheit zog er – mit Blick auf die Olympischen Spiele – den Vergleich mit dem Dritten Reich: „Wenn Sie in der Zeit zurückreisen könnten, hätten Sie Adolf Hitler erlaubt, die Olympischen Spiele in Deutschland durchzuführen?“

Schon 2015 kritisierte Graham Präsident Barack Obama scharf wegen dessen Weigerung, Kiew mit Waffen zu versorgen. „Präsident Obamas anhaltende Schwäche angesichts der Aggression macht die Welt zu einem gefährlicheren Ort“, unkte er. Seine Weigerung sei „ein weiterer Tiefpunkt in einer Präsidentschaft, die viele Tiefpunkte vorzuweisen hat“. 2018 drohte Graham mit einem „Sanktionsgesetz der Hölle“ – denn das bisherige Regime habe Rußland nicht von der Einmischung in die amerikanischen Zwischenwahlen abgehalten – eine durch nichts belegte Behauptung, was später sogar US-Präsident Donald Trump bestätigen mußte.

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Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 brachte Graham einen Antrag zur Übertragung beschlagnahmter russischer Vermögenswerte an Kiew ein, ein Jahr später forderte er Kampfflugzeuge und Langstreckenraketen. 2025 legte er einen Gesetzentwurf vor, der einen 500-Prozent-Zoll auf Waren aus Ländern vorsah, die russische Energie beziehen. Zu Trumps Verkaufsinitiative für US-Waffen an Europa sagte Graham: „An unsere Freunde in Rußland … Ihr werdet es mit hochmodernen amerikanischen Waffen zu tun bekommen … Dieser Krieg kommt direkt vor eure Haustür.“ Graham kann damit als einer der prominentesten Verantwortlichen für die derzeitige militärische Eskalation im Ukrainekrieg angesprochen werden.

Moskau reagierte auf die Aktivitäten des US-Senators mit juristischen Maßnahmen: das russische Ermittlungskomitee ordnete 2023 eine Untersuchung wegen „russophober Äußerungen“ an, das Innenministerium setzte Graham auf die Fahndungsliste und klassifizierte ihn als „mit Terrorismus und Extremismus verbunden“. Rußlands Senator Grigori Karassin sprach zwar sein Beileid aus, bilanzierte aber: „Doch gemessen an den von diesem US-Senator vertretenen politischen Ansichten trug er wenig Positives zu den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation bei.“

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte den Verstorbenen demgegenüber als „Freund Deutschlands“ – solches Lob aus dem Mund eines deutschen Regierungschefs, der das Land in allen Bereichen zielstrebig gegen die Wand fährt, überrascht freilich nicht. (mü)

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