Streit um die Straße von Hormuz: Lula wirft Trump „Piraterie“ vor

Streit um die Straße von Hormuz: Lula wirft Trump „Piraterie“ vor
Foto: Symbolbild

Washington/Brasilia. Das war zu erwarten: die US-Regierung unter Donald Trump kann nicht akzeptieren, daß der Iran das letzte Wort am Persischen Golf behält. Bekanntlich richtete Teheran als Folge der ersten Runde des Waffengangs eine eigene Behörde ein, um künftig für Durchfahrten durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz Gebühren zu kassieren. Die Kontrolle des wichtigen Seeweges ging damit faktisch von den USA auf die Iraner über.

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Präsident Trump akzeptierte das nicht und kündigte letzte Woche die ohnehin fragile Waffenruhe auf. Die von Iran erhobenen Abgaben auf Durchfahrten durch die Straße von Hormuz beansprucht er nun selbst.

Überhaupt kein Verständnis hat dafür der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Bei einer Rede am Mauá-Institut für Technologie in São Paulo erklärte er, Washington habe kein Recht, wegen des von Trump begonnenen Krieges Geld für den Transit durch eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt zu verlangen. Besonders scharf kritisierte er den Kurswechsel der US-Regierung. Ein Land, das „über eine lange Zeit hinweg“ gegen Piraterie gekämpft habe, verwandle sich nun selbst zum Piraten.

Lula stellt außerdem die amerikanische Begründung für den Krieg gegen Iran in Frage. Der Vorwurf eines iranischen Atomwaffenprogramms sei unbegründet. Er erinnerte daran, daß er bereits 2010 gemeinsam mit dem damaligen türkischen Präsidenten Abdullah Gül ein Abkommen vermittelt habe, in dem sich Iran zur ausschließlichen zivilen Nutzung der Urananreicherung verpflichtet habe. Zugleich zog er Parallelen zur US-Invasion im Irak 2003 und fragte: „Wo sind denn die chemischen Waffen?“ Die US-Propaganda hatte damals angebliche irakische Massenvernichtungswaffen suggeriert, was sich später als dreiste Lüge entpuppt hatte. (mü)

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