Leipziger Drohnenvorfall: War alles ganz anders?

Leipziger Drohnenvorfall: War alles ganz anders?
Foto: Symbolbild

Leipzig. Der Leipziger Drohnen-Vorfall wurde von der Bundesregierung dafür genutzt, Rußland die Verantwortung dafür in die Schuhe zu schieben und die deutsch-russischen Beziehungen weiter zu beschädigen. Dabei blieben Dobrindt und Co. bislang belastbare Beweise schuldig. Die Version von der russischen Täterschaft ist bis bisher nichts anderes als eine unbewiesene Behauptung, aber durchaus denkbar.

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Tatsächlich kann sich alles auch ganz anders abgespielt haben. Der oppositionelle ukrainische Investigativjournalist Anatoli Scharij hat jetzt eine völlig neue Lesart des Vorfalls ins Gespräch gebracht. Er beruft sich dabei auf einen anonymen Flughafenmitarbeiter, der aus Sorge um seinen Arbeitsplatz nicht namentlich genannt werden will.

Nach dessen Angaben tauchte die Drohne nachts beim Beladen eines Frachtflugzeugs auf dem Vorfeld 2 auf. Dort befinden sich unter anderem DHL-Maschinen und eine ukrainische Antonow. Kleine Drohnen seien an diesem Ort bereits mehrfach beobachtet worden. In diesem Fall habe ein Fluggerät jedoch zunächst ein Frachtflugzeug umkreist und sei anschließend direkt auf einen Mitarbeiter zugeflogen. Niemand habe erkennen können, von wo die Drohne gestartet sei.

Der Mitarbeiter habe das Gerät mit den Händen zu Boden gebracht und dabei dessen Propeller beschädigt. Schon kurz darauf seien Polizei, Bombenexperten, Feuerwehr, Fernsehteams und weiteres Gerät zur Kampfmittelentschärfung eingetroffen. Scharij bezeichnete den Vorgang nach Angaben seiner Quelle als „extrem merkwürdig“. Der Flughafen liege rund 20 Kilometer von Leipzig entfernt; der abgesperrte Bereich könne nicht ohne weiteres von außen erreicht werden.

Auch bei der später veröffentlichten Darstellung gebe es laut dem Mitarbeiter Unterschiede. Die am Fundort entdeckte Drohne habe demnach keine Sprengstoffladung getragen. Es habe sich um ein kleines, günstiges ziviles Gerät für Foto- und Videoaufnahmen gehandelt. Die Quelle bezweifle, daß eine solche Drohne überhaupt eine zusätzliche Last hätte transportieren können.

Scharij unterstreicht die Unterschiede zwischen den beiden Versionen des Geschehens: „Die öffentliche Version beinhaltet die Entdeckung einer potentiell gefährlichen Drohne und eine anschließende Reaktion der Notdienste. Die Version des Flughafenmitarbeiters besteht darin, daß eine gewöhnliche kleine zivile Drohne auf dem Flughafengelände erschien, daß der Mitarbeiter sie selbst zu Boden gebracht hat und unmittelbar darauf eine Reaktion von Behörden und Medien folgte, die vorab ungewöhnlich gut vorbereitet zu sein schienen.“ Die Frage sei nun insbesondere, wann und durch wen die angebliche Sprengstoffladung entdeckt wurde. Scharij betont, seine Angaben seien kein Beweis für eine bewußte Provokation. (mü)

Bild von Alex auf Pixabay/gemeinfrei

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