Spekulationen um eine Zahl: Ukraine braucht jeden Monat 30.000 neue Soldaten
Kiew. Die ukrainischen Gefallenenzahlen im Krieg gegen Rußland werden wieder einmal zum Politikum. Die ukrainischen Streitkräfte benötigen nach Angaben von Generalleutnant Kyrylo Budanov jeden Monat mindestens 30.000 neue Soldaten pro Monat, um ihre gegenwärtige Truppenstärke zu halten. Die Aussage vom 28. August hat erneut Spekulationen über das tatsächliche Ausmaß der Verluste der ukrainischen Streitkräfte ausgelöst.
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Budanov, seit 2. Januar 2026 Leiter des Kiewer Präsidialamtes, äußerte sich in einem Interview der Journalistin Nataliia Moseichuk, das im ukrainischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Seine zentrale Aussage lautete: „Leider müssen wir sie [die Mobilisierung] so akzeptieren, wie sie ist. Wir können nicht anders. Wir müssen den Mut aufbringen und ehrlich sagen: wir können nicht weniger als 30.000 Menschen pro Monat mobilisieren. Das ist die Mindestzahl, die notwendig ist, um das aufrechtzuerhalten, was wir haben.“
Der britische „Telegraph“ wertete Budanovs Angaben als Hinweis darauf, daß die tatsächlichen Verluste der Ukraine höher sein könnten als offiziell eingeräumt. Der Journalist Owen Matthews schrieb, die Äußerung deute auf Verluste hin, die weit höher seien als bislang offiziell eingeräumt. Dabei verwies er zugleich auf Budanovs Einschätzung, ein schneller Durchbruch sei nicht zu erwarten und Rußland verfüge weiterhin über „beträchtliche Reserven“.
Die offiziellen ukrainischen Angaben zu den Gefallenen lagen bislang deutlich niedriger. Selenskyj nannte im Februar 2025 insgesamt 46.000 und im Februar 2026 55.000 gefallene Ukrainer. Am 31. Juli 2026 erklärte er laut Interfax, Rußland habe 700.000 Mann verloren, die Ukraine dagegen nur 50.000.
Die Zahl von 30.000 ist allerdings nicht automatisch gleichbedeutend mit monatlich 30.000 Gefallenen. Sie bezeichnet den erforderlichen Ersatz für sämtliche Personalabgänge. Dazu gehören neben Toten auch Verwundete, Gefangene und Deserteure sowie Ausfälle durch Krankheit, psychische Dienstunfähigkeit, Alter oder gesundheitliche Gründe. Auch Entlassungen aufgrund gesetzlicher oder familiärer Voraussetzungen können mitgezählt werden. Die Aussage beschreibt damit nur den monatlichen Bedarf zur Aufrechterhaltung der bestehenden Truppenstärke. Ein Indiz für den Zustand der Front ist sie gleichwohl. (he)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
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