Rekordzahl an Auswanderungswilligen: Jeder Siebte will weg
Erfurt. Immer mehr Deutsche empfinden die Situation im Land als zunehmend unerträglich und wollen deshalb nur noch eines: weg. Nach einer aktuellen Erhebung des Erfurter Instituts INSA-Consulere, die dessen Gründer Hermann Binkert vorstellte, plant mittlerweile jeder siebte Erwachsene, Deutschland innerhalb der kommenden fünf Jahre zu verlassen. Das entspricht 14 Prozent der Befragten. Würden alle diese Pläne umgesetzt, würden rechnerisch rund acht Millionen Deutsche ihre Koffer packen. Zugleich wollen 68 Prozent dauerhaft in Deutschland bleiben; die übrigen Befragten machten keine Angabe oder waren unentschieden.
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Besonders stark ist der Auswanderungswunsch bei jüngeren Erwachsenen. In der Gruppe der 18- bis 29jährigen planen stattliche 24 Prozent einen Wegzug, 57 Prozent wollen bleiben. Bei den 30- bis 39jährigen beträgt der Anteil der Auswanderungswilligen 27 Prozent, nur 52 Prozent möchten weiterhin in Deutschland leben. Mit zunehmendem Alter geht der Wunsch zurück: bei den 40- bis 49jährigen liegt er bei 15 Prozent, bei den 50- bis 59jährigen bei zwölf Prozent und bei den 60- bis 69jährigen bei acht Prozent. Unter den über 70jährigen erwägen lediglich vier Prozent einen Fortzug. Gründe für die Auswanderungspläne nennt INSA nicht.
Auch nach Parteipräferenzen zeigen sich Unterschiede. Am häufigsten äußern AfD-Anhänger mit 19 Prozent und Wähler der Linkspartei mit 18 Prozent den Wunsch, Deutschland zu verlassen. Es folgen BSW-Wähler mit 15 Prozent, SPD-Anhänger mit 14 Prozent und Unionswähler mit 13 Prozent. Grünen- und FDP-Anhänger sind demgegenüber mit der Situation in Deutschland offenbar ziemlich zufrieden – von ihnen wollen nur zehn bzw. sieben Prozent das Land verlassen. Einen ausdrücklichen Bleibewunsch äußern dagegen 80 Prozent der Unions-, 78 Prozent der FDP- und 77 Prozent der Grünen-Anhänger. (rk)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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