„Brandmauer“ auf verlorenem Posten: Mehrheit will Kooperation mit der AfD

„Brandmauer“ auf verlorenem Posten: Mehrheit will Kooperation mit der AfD
Foto: Symbolbild

 Berlin. Die von Kanzler Friedrich Merz ausgerufene und von allen Altparteien unterstützte „Brandmauer“ gegen die größte Oppositionspartei AfD wird immer mehr zum Symbol des Realitätsverlusts – denn anders als in der politischen Kaste will in der „Normalbevölkerung“ inzwischen eine deutliche Mehrheit nichts mehr von einem halsstarrigen AfD-Boykott wissen. Der aktuelle ARD-Deutschlandtrend läßt im Gegenteil einen deutlichen Wunsch nach politischen Veränderungen erkennen. Mehr als 55 Prozent der Befragten sprechen sich für einen „grundlegenden Wandel“ aus. 37 Prozent halten „einige Korrekturen“ für ausreichend, lediglich 4 Prozent wollen am bisherigen Zustand festhalten. In Mitteldeutschland verlangen 64 Prozent grundlegende Veränderungen.

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Auch eine Zusammenarbeit mit der AfD stößt auf mehr Offenheit als die pauschale Ablehnung, wie sie von den Kartellparteien praktiziert wird. Insgesamt können sich stattliche 59 Prozent eine Kooperation mit den „Blauen“ grundsätzlich vorstellen. 32 Prozent wollen dies „von Fall zu Fall“ entscheiden, weitere 27 Prozent befürworten sogar eine aktive Zusammenarbeit. Demgegenüber lehnen nur noch 37 Prozent eine Kooperation grundsätzlich ab. Im Westen beträgt dieser Anteil 40 Prozent, im Osten gar nur 26 Prozent.

Von der Kabinettsumbildung unter Bundeskanzler Friedrich Merz versprechen sich nur wenige eine bessere Regierungsarbeit. Lediglich 12 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 11 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Eine Mehrheit von 57 Prozent geht davon aus, daß die Bundesregierung künftig „genauso schlecht“ arbeiten werde wie bislang. Mit Merz persönlich sind  nur 14 Prozent zufrieden, die Bundesregierung insgesamt erreicht sogar nur 13 Prozent Zustimmung.

In der Sonntagsfrage liegt die AfD mit derzeit 28 Prozent an erster Stelle. Die Union erreicht 21 Prozent. Es folgen die Grünen mit 15 Prozent, die SPD mit 12 Prozent und die Linke mit 11 Prozent. (rk)

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