Präsident Selenskyj fordert: Ukrainische Bortschafter sollen Waffen beschaffen

Präsident Selenskyj fordert: Ukrainische Bortschafter sollen Waffen beschaffen
Foto: Symbolbild

Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den diplomatischen Vertretungen seines Landes neue Vorgaben für ihre Arbeit gemacht und dabei klare Prioritäten ausgegeben. Auf der jährlichen Botschafterkonferenz in Kiew erklärte er vor mehr als 100 Diplomaten, der Erfolg einer Botschaft solle künftig danach beurteilt werden, welchen militärischen Beitrag sie für die Ukraine organisiert.

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Konkret geht es um Luftabwehrsysteme. Wörtlich sagte Selenskyj: „Ein Botschafter muß wissen, wie viele Flugabwehrraketen es in dem Land gibt, in dem sie stationiert sind und wie man sicherstellt, daß diese Raketen nicht in Lagern stehen, sondern in unseren Startern hier in der Ukraine.“ Er gab die Devise aus: „Ihr müßt Waffen bringen. Das muß ein KPI unserer Botschaften sein.“

Selenskyjs Weisungen beschränken sich nicht nur auf Flugabwehrraketen. Die Auslandsvertretungen sollen sich ebenso um Munition für weitere Waffensysteme, Ausrüstung für Kampfflugzeuge, Vereinbarungen zur Drohnenproduktion, zusätzliche Finanzhilfen sowie schärfere Sanktionen gegen Rußland bemühen. Auch Maßnahmen in den Bereichen Kultur und Sport erwähnte Selenskyj.

Seit 2022 erhält die Ukraine umfangreiche militärische und finanzielle Unterstützung westlicher Staaten. Gleichzeitig wächst in immer mehr Ländern die Zurückhaltung, weitere Waffensysteme aus eigenen Beständen abzugeben.

Mit seinen neuen - aus ukrainischer Sicht verständlichen - Vorgaben gießt Selenskyj Öl ins Feuer, denn die unverhohlene Einmischung seiner Diplomaten in die Angelegenheiten anderer Länder bleibt schon jetzt nicht unwidersprochen. Zuletzt geriet der ukrainische Botschafter in Berlin, Alexej Makejew, in die Kritik, nachdem er AfD, BSW und der Linken unterstellt hatte, Anweisungen aus Moskau zu erhalten. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht wertete diese Äußerungen als Einmischung in die deutsche Innenpolitik und erklärte, Kiew habe „jedes Maß verloren“, obwohl Deutschland der Ukraine weiterhin Milliardenhilfen zur Verfügung stelle. (mü)

Bildquelle: President.gov.ua/CC BY 4.0

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