Bruch im MAGA-Lager: Neue „America First“-Initiative gegen Trump
Washington. US-Präsident Donald Trump hat die Parteienlandschaft in den USA kräftig durcheinandergewirbelt. Aber nicht nur das linke Lager hat bislang noch keine Antwort auf ihn gefunden – auch im eigenen republikanischen Lager gärt es. Jetzt sorgt ein gemeinsames Foto auf X für Spekulationen. Die frühere Kongreßabgeordnete Marjorie Taylor Greene veröffentlichte ein Bild mit Tucker Carlson, dem Abgeordneten Thomas Massie, dem ehemaligen Anti-Terror-Beauftragten Joe Kent und ihrem Ehemann Brian Glenn. Dazu schrieb sie: „Wir haben gesagt: keine weiteren Auslandskriege. Wir haben es ernst gemeint und Donald Trump unterstützt, weil er genau das versprochen hat. Aber er hat uns alle verraten. Unser Engagement gilt America First – für alle Amerikaner, rechts, links und in der Mitte. Die Bewegung hat begonnen.“
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Greene hatte bereits im Juni die Gründung einer neuen politischen Kraft angedeutet. Sie soll sich weder den Republikanern noch den Demokraten zuordnen. Carlson äußerte sich im Juli ähnlich und erklärte, es werde eine dritte Partei geben, deren Aufbau er unterstützen wolle.
Auslöser des Zerwürfnisses ist nach Darstellung der Gruppe vor allem der seit Februar andauernde Konflikt mit Iran. Greene, Carlson, Massie und Kent sehen darin einen fundamentalen Bruch mit Trumps Ankündigung, die USA aus weiteren Kriegen herauszuhalten. Carlson bezeichnete den Irankrieg als „abstoßend und böse“. Kent legte im März sein Amt nieder und erklärte, Iran habe keine unmittelbare Bedrohung dargestellt. Massie unterstützte Ende Juli eine Resolution zur Begrenzung der Kriegsvollmachten des Präsidenten, die im Repräsentantenhaus eine Mehrheit fand.
Bereits zuvor hatten Greene und Massie Trump wegen der Veröffentlichung der Epstein-Akten kritisiert. Der Präsident reagierte mit persönlichen Angriffen und bezeichnete Greene als „Verräterin“, Kent als „Schmierfink“, Carlson als „Mensch mit niedrigem IQ“ sowie Massie als „schwach und erbärmlich“. Das schafft die Argumente, die seine Kritiker gegen ihn ins Feld führen, freilich nicht aus der Welt.
Ob aus dem Zusammenschluß tatsächlich eine neue Partei hervorgeht, steht derzeit noch in den Sternen. Die Beteiligten betonen jedoch, sie wollten weder zu den Demokraten wechseln noch den Grundsatz „America First“ aufgeben, sondern ihn konsequenter vertreten – mit weniger militärischen Interventionen und stärkerem Schwerpunkt auf innenpolitischen Themen. (mü)
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