Ohne Munition, ohne Plan, ohne Perspektive: Trump droht ein Debakel im Iran-Krieg
Washington/Teheran. In Washington wächst die Sorge über US-Präsident Trump: dieser scheint fest entschlossen, nunmehr einen großen Krieg gegen Iran zu entfesseln – aber in seinem Umfeld wachsen die Zweifel, ob die USA dazu überhaupt die erforderlichen Mittel haben.
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Die amerikanischen Verluste jedenfalls gehen schon wieder kräftig in die Höhe. Bei jüngsten iranischen Gegenschlägen auf US-Militäreinrichtungen wurden nach Angaben des Pentagons mindestens vier amerikanische Soldaten getötet. Die „New York Times“ meldet zudem wiederholte Raketen‑ und Drohnenangriffe auf US‑Stützpunkte, zahlreiche Verletzte sowie beschädigte Black‑Hawk‑Hubschrauber.
Die „Washington Post“ schreibt, das Pentagon stocke die Zahl seiner Flugzeuge in der Region deutlich auf. Ein nicht namentlich genannter US‑Beamter sagte der Zeitung: „Die USA planen einen größeren Krieg“, und warnte vor schwindenden Beständen an Luftabwehr‑Abfangraketen und Munition: „Wir haben nicht genug, um die Operationen sicher aufrechtzuerhalten, und ich glaube nicht, daß das Weiße Haus sich dessen bewußt ist.“ Militärexperten äußerten Zweifel, daß die USA auf mögliche Bodenoperationen vorbereitet seien – eine Option, die Präsident Donald Trump nicht ausschließen will.
Der Iran‑Experte Saeid Golkar sagte dem „Wall Street Journal“: „Diese Eskalation verschärft sich rapide und gerät außer Kontrolle. Es besteht das Risiko, daß wir wieder in einen totalen Krieg abrutschen, selbst wenn keine Seite ihn will.“ Eine Analyse von CNN kam dieser Tage zu dem Ergebnis, ein entscheidender Sieg der USA über Iran sei „ein fernes Szenario“. Und der Experte Sina Toosi warnt, eine Bodenoperation „bei extremer Sommerhitze gegen eine voll mobilisierte Armee und eine Bevölkerung, die sich weitgehend hinter den Kriegsanstrengungen versammelt hat, wäre ein außerordentliches Wagnis, das praktisch garantiert zu einer historischen Katastrophe führen würde“.
Trotz Trumps Aussage, die USA hätten Irans militärische Fähigkeiten bereits stark geschwächt, berichten amerikanische Medien über zunehmende Sorgen wegen der wachsenden Effektivität iranischer Angriffe gegenüber der US-Luftabwehr.
Der US-Präsident wirkt angesichts dieser Entwicklung wie ein Getriebener: überzeugende militärische Optionen hat er nicht, und seinen Truppen geht allmählich die Munition aus. Eigentlich möchte Trump im November die Mid-Terms gewinnen und den Iran-Krieg bis dahin siegreich abgeschlossen haben. Doch danach sieht es nicht aus. Trump steuert politisch wie militärisch auf ein Debakel zu. (mü)
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