Nürnberger Grooming-Skandal zieht Kreise: Tatverdächtige allesamt Ausländer

Nürnberger Grooming-Skandal zieht Kreise: Tatverdächtige allesamt Ausländer
Foto: Symbolbild

Nürnberg. Bisher waren „Grooming“-Banden nur aus Großbritannien bekannt. Dort hatten organisierte Banden, in vielen Fällen Pakistaner, über Jahrzehnte hinweg Zehntausende britischer Kinder systematisch mißbraucht. Polizei und Justiz schauten weg.

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Seit einigen Monaten sorgt der erste große „Grooming“-Fall auch in Deutschland für Schlagzeilen. Die Nürnberger Ermittlungskommission „EKO Kajal“ hat kürzlich zwei weitere Syrer festgenommen. Damit sitzen nun zehn Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Ein 21jähriger Syrer soll zwei Mädchen im Alter von 15 und 18 Jahren in einer Wohnung in der Nürnberger Südstadt vergewaltigt haben. Ein 40jähriger Landsmann habe den beiden Mädchen am Abend zuvor Betäubungsmittel verabreicht. Das 18jährige Opfer mußte wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden, beide Mädchen erhalten psychologische Betreuung.

Die Behörden gehen davon aus, daß die Gruppe Mädchen am Nelson-Mandela-Platz nahe dem Hauptbahnhof mit Geschenken wie Kleidung und Kosmetik umwarb und später mit harten Drogen wie Crystal Meth gefügig machte. Die süchtigen Mädchen erhielten die Droge nur noch gegen Sex. Das jüngste bekannte Opfer ist 13 Jahre alt. Die Täter stammen aus Syrien, Nordafrika und Pakistan.

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Erst Ende Juni hatten die Ermittler zwei Syrer im Alter von 26 und 24 Jahren festgenommen. Gegen den 26jährigen lag bereits ein Haftbefehl wegen Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige vor. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Beamten verschiedene Drogen, darunter Crystal Meth und Kokain, sowie rund 2.000 Euro Bargeld. Bei dem 24jährigen ergaben sich während der Durchsuchung Hinweise auf schweren sexuellen Mißbrauch von Kindern.

Zwei weitere Festnahmen betrafen Pakistaner im Alter von 26 und 18 Jahren. Dem 18jährigen wird Vergewaltigung Jugendlicher sowie die Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige vorgeworfen. Der 26jährige steht im Verdacht, ebenfalls Drogen an Minderjährige abgegeben zu haben.

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Die Polizei hatte die Sonderkommission „EKO Kajal“ Mitte Mai eigens wegen der kriminellen Gruppe eingerichtet. Der Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Andreas Gramlich, bestätigte den Verdacht sexueller Übergriffe und Vergewaltigungen im Zusammenhang mit der Bande. Die Ermittlungen dauern an, weitere Taten und Opfer werden nicht ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth prüft derzeit, ob die bisherigen Erkenntnisse für Anklagen ausreichen oder ob noch weitere Beweise gesichert werden müssen. (rk)

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