Massenansturm auf Ceuta: Steckte auch Israel dahinter?

Massenansturm auf Ceuta: Steckte auch Israel dahinter?
Foto: Symbolbild

Ceuta/Madrid. Gut eine Woche nach dem Massenansturm von bis zu 80.000 Marokkanern auf die spanische Exklave Ceuta wird immer noch über die Hintergründe spekuliert. Nach den chaotischen Szenen in den letzten Julitagen kehrte zwar ein großer Teil der Marokkaner wieder nach Marokko zurück. In unabhängigen Medien und Internetforen hält die Diskussion aber an. Für viele Beobachter war der Sturm auf Ceuta keine spontane, sondern eine gut geplante und organisierte Aktion.

 Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<

Immer wieder werden dabei Israel und die USA als mögliche Drahtzieher ins Spiel gebracht. Marokko soll als enger Verbündeter der beiden Länder den Ansturm zumindest mitorganisiert haben, um Druck auf Spaniens Regierung unter Pedro Sánchez auszuüben. Es gehe auch generell um eine Schwächung Spaniens an der Straße von Gibraltar.

Neue Aufmerksamkeit erhält die Israel-These jetzt durch einen Bericht der spanischen Zeitung „El Mundo“. Demnach beobachte der chinesische Geheimdienst die Vorgänge in Ceuta unter geopolitischen Gesichtspunkten und untersuche sie unter dem Aspekt eines möglichen hybriden Konflikts. Der Bericht bringt ebenfalls eine Beteiligung des israelischen Geheimdienstes Mossad ins Gespräch.

Auch der scheidende kolumbianische Präsident Gustavo Petro stellte einen Zusammenhang mit Israel her. Er beschuldigte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, für die Krise mitverantwortlich zu sein, und erklärte, Netanyahu „zahle dafür, daß die Armen ihr Leben riskieren, um nach Spanien zu gelangen“. Petro verwies auf die engen Beziehungen zwischen Marokko und Israel und warf Netanyahu zudem vor, Regierungen unter Druck zu setzen, die seine Nahostpolitik kritisieren. Er ist davon überzeugt, daß Israel Destabilisierungsmaßnahmen gegen Regierungen unterstützt, die Netanyahus Politik im Nahen Osten ablehnen.

Selbst SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil sprach von einer gezielt herbeigeführten Entwicklung. Ceuta sei „Ziel einer offenbar gesteuerten Migrationsbewegung“ geworden, erklärte er. Wie zur Bestätigung dessen gratulierte auf dem Höhepunkt der Krise der israelische Minister für nationale Sicherheit, der berüchtigte Itamar Ben-Gvir, der spanischen Regierung ironisch zur Ankunft der Marokkaner und bot an, auch Palästinenser aus dem Gazastreifen aufzunehmen – als eine „wunderbare Möglichkeit, einen noch größeren Beitrag zur menschlichen Vielfalt zu leisten“. Eine Verschwörungstheorie sieht anders aus. (mü)

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Kommentare 0

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben

Keine Anmeldung nötig. Ihr Kommentar wird nach Prüfung durch die Redaktion freigeschaltet. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Newsletter

Bleiben Sie ZUERST! informiert

Neue Ausgaben, Hintergründe und Angebote – direkt in Ihr Postfach. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.