Marine Le Pen spricht Klartext: „Die Regierung hat die Kontrolle verloren“
Paris. Nach den heftigen Unruhen im Nachbarland haben die Franzosen damit begonnen, Bilanz zu ziehen und ihre Wunden zu lecken. Die Chefin des Rassemblement National (RN) und Präsidentschaftskandidatin 2027, Marine Le Pen, geht dabei hart mit der Regierung Macron ins Gericht, der sie einen Kontrollverlust vorwirft. „Ich habe das Gefühl, daß wir einem Staat gegenüberstehen, der zusammenbricht“, sagte sie im Interview mit „8.30 franceinfo“. Die Regierung habe „die Kontrolle über alles verloren“. Die Gewalt sei vorhersehbar gewesen, doch die Verantwortlichen hätten keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen. Le Pen spricht von Chaos bei der inneren Sicherheit und den Staatsfinanzen.
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Ihre Forderung: die Täter sollen für die angerichteten Schäden finanziell haften. „Sie werden zahlen, und wenn es sein muß, lebenslang“, erklärte sie laut dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. Dafür sollen nach ihren Vorstellungen auch Löhne und Sozialleistungen herangezogen werden. Bei minderjährigen Randalierern müßten die Eltern aufkommen. Wer ein Rathaus zerstöre, solle wissen, daß ihn die Rechnung sein Leben lang verfolgen könne.
Das Ausmaß der Gewalt ist erheblich: nach Reuters-Angaben wurden frankreichweit rund 3.000 Geschäfte geplündert, beschädigt oder verwüstet. Die Regierung kündigte für betroffene Händler zinslose Kredite von bis zu 50.000 Euro sowie Unterstützung bei Kurzarbeit an.
Auch Premierminister Sébastien Lecornu will die finanzielle Verantwortung verschärfen. Ein Gesetzentwurf sieht eine gemeinsame Haftung von Mitgliedern von Gruppen vor, die sich vorsätzliche Zerstörungen haben zuschulden kommen lassen. Sie soll auf auf 10.000 Euro je Person begrenzt sein. (mü)
Bild von Hubert de Thé auf Pixabay
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