Kölner Behörden-Korruptionssumpf: Schleuser-Skandal im Ausländeramt
Köln. Die Kölner Ausländerbehörde kommt nicht aus den Schlagzeilen. Jetzt geht es um eine Behördenmitarbeiterin, die gegen Geld Aufenthaltstitel ermöglicht haben soll – es ist nicht der erste Fall.
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Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat gegen die 37jährige Subha L., ihren Ehemann und zwei weitere Beschuldigte Anklage erhoben. Der Vorwurf: sie sollen indischen Staatsbürgern gegen Bezahlung Aufenthaltstitel verschafft haben. Mehr als 20 Fälle stehen im Raum, die mutmaßlichen Einnahmen belaufen sich auf rund 160.000 Euro. Auf das Ehepaar sollen davon etwa 76.000 Euro entfallen.
Nach Darstellung der Ermittler folgte das Geschäft einem festen Schema: indische Männer heirateten auf Zypern EU-Bürgerinnen, darunter Bulgarinnen. Anschließend sollten gefälschte Lohnabrechnungen und Mietverträge den Familiennachzug nach Deutschland ermöglichen. Subha L., eine deutsche Staatsangehörige indischer Herkunft, arbeitete im Kölner Ausländeramt in Ehrenfeld und soll ihre dienstliche Stellung genutzt haben, um entsprechende Anträge durchzusetzen. Für fingierte Meldeadressen in der Wohnung des Ehepaars in Köln-Höhenberg sollen monatlich 200 Euro gezahlt worden sein.
Anfang Dezember 2025 wurde das Ehepaar festgenommen. Subha L. sitzt in Untersuchungshaft. Ein Mitangeklagter hat über seinen Verteidiger ein umfassendes Geständnis angekündigt. Der Prozeß könnte im Februar 2027 beginnen. Die Stadt bestätigte gegenüber der „Bild“-Zeitung, sämtliche betroffenen Vorgänge überprüft und rechtswidrig erteilte Aufenthaltstitel zurückgenommen zu haben. Wie viele Genehmigungen betroffen sind und ob die Begünstigten Deutschland verlassen haben, ist unklar.
Besonders schwer wiegt der Fall in der Rückschau: denn bereits 2022 war eine Führungskraft der Kölner Behörde aufgeflogen. Sie manipulierte Datensätze und stellte gegen Bezahlung falsche Aufenthaltsdokumente aus. 2024 wurde ihre Haftstrafe auf viereinhalb Jahre festgesetzt.
Auch in München und anderen Städten ermittelten Behörden wegen mutmaßlich erkaufter Entscheidungen. Köln verweist auf regelmäßige Kontrollen und ein Vier-Augen-Prinzip. Viel genützt hat das augenscheinlich nicht. Beobachter fragen sich, wann in der Domstadt endlich Konsequenzen aus dem Korruptionssumpf in der Ausländerbehörde gezogen werden. (rk)
Bildquelle: podcast.jungeuropa.de
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