Landrat rechnet mit den Etablierten ab: „Die Migrationspoliltik ist der Indikator für den Grad des Wahnsinns“

Landrat rechnet mit den Etablierten ab: „Die Migrationspoliltik ist der Indikator für den Grad des Wahnsinns“
Foto: Symbolbild

Schwerin. Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern rechnet der der Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth, mit der SPD ab, der er bis 2023 angehörte. Aber auch die restlichen Kartellparteien bekommen ihr Fett ab: in einem Interview der FAZ kritisiert er insbesondere die Migrationspolitik und den Umgang mit der AfD.

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Kerth läßt es nicht an deutlichen Worten fehlen: „Die Migrationspolitik ist der Indikator für den Grad des Wahnsinns – und der steht nach wie vor auf Rot.“ Aus seiner Sicht konzentriert sich die politische Diskussion viel zu stark auf die Abgrenzung von der AfD, statt jene Probleme anzugehen, die den „Blauen“ die Wähler erst zutreiben. Zum Vergleich verweist Kerth auf Dänemark: „In Dänemark räumt die Sozialdemokratie genau die Themen ab, die hier der AfD überlassen werden.“

Auch eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt der parteilose Politiker nicht grundsätzlich aus. Die bisherige Brandmauer-Strategie hält er für völlig wirkungslos. Auf die Frage, ob sie die AfD stärke, antwortet Kerth: „Auf jeden Fall.“ Ein Parteiverbot lehnt er ebenfalls ab. „Keiner wählt die AfD aus Zufall. Und das Grundgesetz sieht keine politisch halbmündigen Bürger vor.“ Mehr noch: „Wir delegitimieren mit der Bezeichnung ,rechtsextrem‘ im Osten 40 Prozent der Wähler“, sagte er. Auch die Vorstellung, AfD-Anhänger seien überwiegend einkommensschwach oder bildungsfern, bezeichnete er als unzutreffend: „Das Klischee des ostdeutschen Skinheads war von Anfang an falsch.“

Die Migration sei für ihn zum Sinnbild politischen Versagens geworden. Eine Rückkehr in die SPD schließt Kerth kategorisch aus. „Real hat sich nichts geändert“, erklärte er mit Blick auf die Politik seiner früheren Partei.

Kerth steht seit 2018 an der Spitze des Landkreises Vorpommern-Rügen. Bei der Landratswahl im Mai 2025 wurde der parteilose Jurist deutlich im Amt bestätigt. (rk)

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