Islamisten-Terror in der Hauptstadt: Berliner Christopher-Street-Day endet blutig

Islamisten-Terror in der Hauptstadt: Berliner Christopher-Street-Day endet blutig
Foto: Symbolbild

Berlin. Am Samstag kam es in Berlin zu einem der schwersten islamistischen Anschläge der letzten Jahre, der Erinnerungen an die Amokfahrt vom Breitscheid-Platz im Jahr 2016 und den Anschlag von Nizza im selben Jahr weckt. In beiden Fällen waren islamistische Täter mit Lkws in eine Menschenmenge gerast.

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Am Samstag gegen 22 Uhr wurde dieses Szenario auf dem Berliner Christopher-Street-Day erneut schreckliche Realität: der 21jährige Abdul Ballout steuerte einen weißen Transporter mit rund 80 Stundenkilometern in die Feiernden am Tiergarten, nahe der Einfahrt zum Tunnel an der Lennéstraße. Nach dem Aufprall gegen einen Baum flüchtete er zunächst zu Fuß und verletzte laut Polizeiangaben mehrere Menschen mit „Stichwerkzeugen“, darunter einer Machete. Eine Frau starb, 29 weitere Personen wurden verletzt, mehrere davon lebensgefährlich.

Die Veranstalter brachen die Feierlichkeiten unmittelbar ab; auf dem Großbildschirm am Brandenburger Tor erschien der Hinweis „Evakuierung“, ein Sprecher des CSD erklärte knapp: „Wir haben eine Polizei-Lage.“ Mehrere Hubschrauber waren im Einsatz, auch vor dem Kanzleramt hob ein Rettungshubschrauber ab. Noch in der Nacht stürmten Spezialkräfte eine Wohnung in Berlin-Schöneberg, ohne jedoch den Flüchtigen dort zu fassen.

Am Sonntagabend gelang dann der Zugriff: LKA-Spezialkräfte hatten Ballout in einer Kleingartenlaube in Spandau nahe der Havel aufgespürt, die dem Vater des Täters gehören soll. Kurz nach 18 Uhr soll es beim Festnahmeversuch zu tödlichen Schüssen gekommen sein. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bestätigte den Tod und dankte den Behörden.

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Der eigentliche Skandal ist erneut der Hintergrund des Täters: Ballout war der Justiz seit seinem 14. Lebensjahr bekannt, 2019 wegen einer Schlägerei auf dem Schulhof, ein Jahr später wegen Raubes. 2024 soll er Propaganda der Kopfabschneidermiliz „Islamischer Staat“ verbreitet haben; zuvor hatte er versucht, sich dem IS in Syrien anzuschließen, und saß deswegen zunächst im Libanon in Haft, ehe ihn die dortige Justiz nach drei Monaten laufen ließ und er nach Deutschland zurückkehrte. Im Mai verurteilte ihn das Amtsgericht Tiergarten wegen Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat sogar zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft, die gegen das Urteil in Berufung ging, begründete die Strafzumessung damals so: das Gericht habe berücksichtigt, „daß sich Abdul B. in der Hauptverhandlung überwiegend geständig eingelassen und vom IS distanziert hatte sowie daß es zu keiner konkreten Gefährdung der geschützten Rechtsgüter gekommen war“. Erst im Mai 2026 war Ballout aus dem Jugendarrest entlassen worden.

Zur Bewährungsauflage gehörten regelmäßige Gespräche bei einer Extremismuspräventionsstelle; am Montag nach dem Anschlag hätte der dritte Termin stattgefunden. Mitarbeiter der Beratungsstelle beschrieben Ballouts Verhalten bei den vorangegangenen Sitzungen als „undurchschaubar“, seine Antworten hätten „angepaßt“ gewirkt – eine akute Bedrohung habe sich daraus aber nicht ableiten lassen.

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) besuchte noch in der Nacht den Tatort und sonderte die üblichen Sprechblasen vom Angriff „auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft [ab] – nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert“. Als Folge einer jahrelang verfehlten Zuwanderungspolitik wird der Anschlag vom Samstag freilich nicht der letzte gewesen sein.

Beobachter stellen sich freilich die Frage, wie und warum es zur Erschießung des Täters kam; ein Ohrenzeuge gab Medien gegenüber an, insgesamt fünf Schüsse gehört zu haben. Zweifel gibt es auch an der Version, wonach der Vater des Täters Pächter der Gartenparzelle in Spandau gewesen sein soll – die Vorsitzende des Kleingartenvereins widerspricht dem. Erschossen wurde 2016 nach dem Anschlag am Breitscheidplatz auch der Täter Anis Amri. Ein solches Prozedere hat den Vorteil, daß es nicht zu einer juristischen Untersuchung kommt – gegen Tote wird nicht ermittelt. Ballout hätte in einem Prozeß womöglich interessante Details mitteilen können. (rk)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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