Im Winter wird es eng: Europas Energiepuffer schrumpft
New York. Goldman Sachs warnt vor einer möglichen Verschärfung der europäischen Energieversorgung im kommenden Winter. Niedrige Gasreserven, unsichere LNG-Lieferungen und Risiken für die Dieselversorgung könnten demnach erhebliche Preisbewegungen auslösen. Samantha Dart, Co-Leiterin der globalen Rohstoffforschung der Bank, sagte gegenüber dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg TV, der weltweite Diesel-Engpaß bereite ihr „schlaflose Nächte“.
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Insbesondere die europäischen Gasspeicher liegen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zugleich blieben die LNG-Einfuhren nach Nordwesteuropa im Juli um 2,1 Millionen Tonnen hinter der erwarteten Jahresmenge zurück. Ende Juli waren die Speicher deshalb lediglich zu 43 Prozent gefüllt, erwartet worden waren 45,5 Prozent.
Nach aktuellen Bloomberg-Daten beträgt der europäische Füllstand inzwischen rund 57,87 Prozent. Das ist etwa 18 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2025. Dart schreibt: „Insbesondere das Verfehlen der europäischen LNG-Importe im Juli (und das daraus resultierende Verfehlen der Speicherbefüllung) gegenüber unseren Erwartungen deutet darauf hin, daß die europäischen Gasspeicher noch Nachholbedarf haben, während die Verfügbarkeit von LNG-Lieferungen ungewiß bleibt.“
Bis Ende Oktober müßten die Speicher 67 Prozent erreichen. Zusätzliche LNG-Mengen könnten aus Katar kommen, falls dort mehr exportiert wird. Auch eine geringere Nachfrage in Asien und weniger ägyptische Importe könnten Europa zugutekommen.
Entscheidend ist bei alledem die Lage im Persischen Golf. Bei einer nur langsamen Erholung der Energieexporte müßten die TTF-Preise im Dezember laut Dart über 100 Euro steigen, um asiatische Nachfrage zu begrenzen. Eine rasche Öffnung der Straße von Hormus könnte den Preis dagegen auf 40 Euro drücken. (mü)
Bild: Pixabay/Gemeinfrei
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