Heftige Schauspielerinnen-Kritik an Altparteien-Politik: „Nicht die AfD ist schuld“

Heftige Schauspielerinnen-Kritik an Altparteien-Politik: „Nicht die AfD ist schuld“
Foto: Symbolbild

Berlin. Wenn sich Schauspieler zu politischen Fragen äußern, bekommt man – in Deutschland – häufig nur die üblichen Mainstream-Sprechblasen zu hören. Doch der Wind dreht sich, und die Misere des Landes kommt allmählich auch in der Künstlerszene an. Auf der Emmy-Party im Berliner Grunewald gab es jüngst Bekenntnisse aus dem Munde prominenter Schauspielerinnen, die es in sich haben.

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Beherrschendes Thema war auf der Party der überraschende Rückzug des Regierenden Berliner Bürgermeisters Kai Wegner als CDU-Spitzenkandidat. Schauspielerin Caroline Beil begrüßte den Rückzug im Gespräch mit dem Youtube-Kanal „Tik Online“ ausdrücklich: „Richtig so. Ein Mensch, der lügt und Tennis spielt, während 45.000 Haushalte ohne Strom sind, sollte auch schleunigst zurücktreten, finde ich.“ Es sei erstaunlich, daß der Rückzug nicht früher erfolgt sei. Zugleich forderte sie von Politikern, „daß sie Politik für die Leute machen und nicht, um sich in die nächste Legislaturperiode zu retten“. Angesichts wirtschaftlicher Probleme und drohender Stellenstreichungen fehle vielen Bürgern inzwischen das Vertrauen in die politische Führung.

Auch Tina Ruland fand deutliche Worte. Die gegenwärtige Entwicklung bezeichnete sie als „extremst beängstigend“. Was derzeit geschehe, „geht auf keine Kuhhaut“. Politiker müßten endlich auf den „Souverän, nämlich wir, die Arbeitgeber dieser Politiker“, hören. Wahlversprechen würden gebrochen, ohne daß daraus Konsequenzen gezogen würden. Für den Erfolg der AfD macht Tina Ruland ausdrücklich die etablierten Parteien verantwortlich: „Na, wir wissen alle, was passieren wird. Und ganz ehrlich, daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld, daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen.“ Sie verlangte mehr persönliche Verantwortung von Amtsträgern und verwies dabei auf die Maskenaffäre um Jens Spahn.

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Simone Thomalla beklagte ebenfalls das schwindende Vertrauen in Politiker-Aussagen. „Es ist immer mehr die Frage: was ist Wahrheit, was nicht? Man muß immer alles 100 mal hinterfragen.“ Als in der DDR aufgewachsene Bürgerin vermisse sie einen offenen Meinungsaustausch. Statt Verbotsforderungen brauche es Lösungen für die Probleme, die die Menschen derzeit der AfD zutrieben: „Nein, sich um die Probleme kümmern der Menschen, die sie dahin bringen, die AfD zu wählen. Das ist die Alternative und nicht immer nur verbieten!“ (rk)

Bild: Pixabay/Gemeinfrei

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