Frontstaat Spanien: Droht „al-Andalus“ die Rückeroberung durch den Islam?

Frontstaat Spanien: Droht „al-Andalus“ die Rückeroberung durch den Islam?
Foto: Symbolbild

Madrid. Spanien zählt offiziell inzwischen mehr als 2,5 Millionen muslimische Einwohner. In den 1970er Jahren waren es rund 10.000, 1990 etwa 100.000. 2003 lag die Zahl bereits bei über einer halben Million, 2010 bei rund 1,5 Millionen. Inoffizielle Schätzungen gehen heute von etwa drei Millionen aus. Prognosen zufolge könnte bis 2050 jeder achte Einwohner des Landes muslimischen Glaubens sein, unter den Unter-60ährigen mehr als jeder siebte.

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Parallel dazu beschäftigen islamistische Netzwerke die Sicherheitsbehörden. Im Dezember 2025 veröffentlichte die Kopfabschneider-Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ein Propagandavideo, in dem sie Spanien mit Anschlägen drohte, falls das Land die internationale Anti-IS-Koalition nicht verlasse. Zugleich erhoben die Dschihadisten Anspruch auf „Al-Andalus“. Wörtlich hieß es: „Al-Andalus ist unser altes Land, und wir werden es mit Gewalt zurückholen.“

Die spanischen Behörden verzeichneten zuletzt eine Reihe von Festnahmen. Nach dem Terrorismusbericht des Landes wurden im vergangenen Jahr 100 mutmaßliche Dschihadisten festgenommen. Heuer waren es laut Innenministerium bereits 82. Allein im Juli nahm die Polizei vier mutmaßliche IS-Anhänger in Toledo, Madrid, Barcelona und Ceuta fest.

Nach Angaben des Innenministeriums galten die vier Beschuldigten als stark radikalisiert. Sie sollen Propagandamaterial des IS verbreitet und über soziale Netzwerke miteinander Kontakt gehalten haben. Einer der Festgenommenen hatte bereits ein Flugticket in die Türkei erworben. Nach Einschätzung der Ermittler bestand die Absicht, von dort aus in ein dschihadistisches Kampfgebiet weiterzureisen.

Historisch bezeichnet „Al-Andalus“ jene Teile der Iberischen Halbinsel, die vom 8. bis zum 15. Jahrhundert zeitweise unter muslimischer Herrschaft standen. Die Dschihadisten knüpfen mit ihrer Propaganda an diese historische Bezeichnung an und verbinden sie mit der Forderung nach einer gewaltsamen Rückeroberung. (mü)

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