Farage will Asylrecht aussetzen: „Wir wollen wieder ein normales Land sein“

Farage will Asylrecht aussetzen: „Wir wollen wieder ein normales Land sein“
Foto: Symbolbild

London. „Mister Brexit“ Nigel Farage ist wieder auf der Bühne zurück – und macht Druck. Der Chef der britischen Partei „Reform UK“ kündigte an, im Falle eines Wahlsieges das Asylrecht für fünf Jahre komplett auszusetzen und sämtliche neuen Asylanträge abzulehnen. „Wir wollen wieder ein normales Land sein“, erklärte er am Montag. „Eines, das illegal Eingereiste in Gewahrsam nimmt und abschiebt – wie praktisch jedes andere Land der Welt.“

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Auch laufende Verfahren sollen pauschal für ungültig erklärt werden. Betroffen wären 90.741 Anträge mit mehr als 110.000 Asylsuchenden. Farage will die Betroffenen in ihre Herkunftsländer oder sichere Drittstaaten abschieben lassen. Staaten, die ihre Rücknahme verweigern, müßten mit Reisebeschränkungen und Strafzöllen rechnen. „Wir stecken als Land in einem furchtbaren Schlamassel. Wir haben buchstäblich keine Ahnung, wer sich hier aufhält, und wir können uns dieses Risiko ehrlich gesagt nicht leisten.“

Bei seiner Pressekonferenz präsentierte Farage ein Schlauchboot, das nach seinen Angaben einem Boot mit 230 Migranten nachempfunden ist. Zugleich kritisierte er den Begriff „Kleinbootekrise“, der sich auf der britischen Insel für die massenhaften Überfahrten über den Ärmelkanal eingebürgert hat.

Vergangene Woche protestierten rund 300 Menschen im südenglischen Gosport gegen die Aufnahme weiterer Bootsmigranten. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei wurden Pyrotechnik und die Rufe „Schickt sie zurück“ sowie „Ihr seid nicht willkommen“ gemeldet. Innenministerin Shabana Mahmood hatte Ende September neue „legale und sichere“ Asylwege angekündigt, unter anderem für afghanische Frauen und Palästinenser. Bei der britischen Normalbevölkerung kommt so etwas nicht gut an.

Politisch hat Farages „Reform UK“ schon bessere Zeiten erlebt: laut einer neuen YouGov-Umfrage liegt die Partei mit 21 Prozent derzeit nur auf Platz drei. Labour führt mit 24 Prozent vor den Tories mit 23 Prozent. (mü)

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