Fabrik liefert nur Schrott: Pentagon scheitert mit Artillerie-Produktion
Washington. Die US-Streitkräfte haben ein massives Nachschubproblem. Nachdem sie in den letzten Jahren gigantische Munitionsbestände an die Ukraine geliefert und sich jüngst auch noch im Krieg mit dem Iran „verschossen“ haben, sind jetzt die Arsenale leer. Gerade technisch anspruchsvolle Munition läßt sich nicht innerhalb weniger Monate nachproduzieren. Jetzt stellt man im Pentagon fest: die Wiederbeschaffung der Munitionsbestände geht deutlich langsamer voran als geplant.
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Nach Angaben der Pentagon-Aufsichtsbehörde ist das Vorhaben, die Fertigung von 155-mm-Artilleriegeschossen massiv auszuweiten, an gravierenden Problemen in einer neu errichteten Produktionsanlage gescheitert.
Grund für die Bredouille ist eine Fabrik im texanischen Mesquite. Zwei Jahre nach ihrer Inbetriebnahme hat sie noch nichts produziert, was den vertraglichen Anforderungen entsprach. Das Pentagon wird mit den Worten zitiert: „Die Anlage hat kein einziges Bauteil für Artilleriegeschosse hergestellt, das den Vertragsanforderungen entsprach. Die Ausgaben in Höhe von 469 Millionen Dollar hätten für andere Aufgaben der Armee verwendet werden können.“
Die Folgen für die Army sind gravierend. Innerhalb von vier Jahren verringerte sich ihr Munitionsvorrat um 3,6 Millionen Artilleriegeschosse. Mehr als drei Millionen davon gingen im Rahmen der Militärhilfe an die Ukraine, weitere 112.000 wurden für Übungen und Tests verbraucht, rund 218.000 ins Ausland verkauft.
Um diese Lücke zu schließen, sollte die monatliche Produktion eigentlich bis Oktober 2025 von 14.000 auf 100.000 Geschosse steigen. Tatsächlich lag sie im März 2026 jedoch erst bei 36.000 Stück. Ausschlaggebend war unter anderem, daß die Fabrik in Mesquite keines der vorgesehenen 30.000 Metallbauteile pro Monat auslieferte.
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Der Bericht räumt auch Versäumnisse der zuständigen Armeebehörde ein. Sie vergab den Auftrag, obwohl die Produktionsanlagen nicht nach US-Standards geprüft waren, und akzeptierte dieses Risiko bewußt. Im August 2025 mußte die Fabrik ihre Arbeit einstellen, nachdem die Regierung ihre Leistungsfähigkeit überprüfte und nach Lösungen für die anhaltenden Fertigungsprobleme suchte.
Nach der aktuellen Pentagon-Prognose soll die Produktion bis September 2026 auf lediglich 71.000 Geschosse monatlich steigen. Damit würde das ursprünglich angestrebte Ziel nur zu 71 Prozent erreicht. (mü)
Bildquelle: US Army/Gemeinfrei
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