„Extremismusforscherin“ im Wahn: Fitness = Faschismus
Wien. Die österreichische Extremismusforscherin Julia Ebner wird von einer Obsession heimgesucht: die Fitness- und Kampfsportszene ist ihr zutiefst suspekt. In ihrem neuen Buch „Von Fitness zu Faschismus. Gefahren extremer Männlichkeit“, das diesen Monat erscheint, argwöhnt sie, daß Rechte junge Männer über Muskeltraining und Gemeinschaftsgefühl an ihre Ideologie heranführen könnten.
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Im Gespräch mit dem „Spiegel“ unterstellt Ebner historische Parallelen: „Die Fitness- und Kampfsportkultur manch radikaler Bewegung weist deutliche Parallelen zu den Fitness- und Kampfübungen der Hitlerjugend in den Dreißigerjahren auf.“ Gemeinsames, hartes Training schaffe Loyalität und Verbundenheit („Kameradschaft“) – Eigenschaften, die „Extremisten“ gezielt nutzten.
Besonders die sogenannten „Active Clubs“ haben es Ebner angetan – diese sprächen junge Männer mit Bildern muskulöser Körper und vermeintlicher Stärke an. „Muskeln haben für Rechte einen politischen Wert. Der Fitness-Lifestyle ist ein sehr effektiver Motor für Radikalisierung“, warnt sie. Dahinter stünden – klar, was sonst – „rassistische“ und frauenfeindliche Botschaften. Zur Zielgruppe gehörten einsame, stark im Internet aktive Männer, die sich als gesellschaftliche Verlierer empfänden.
Als Wendepunkt der Entwicklung nennt die Forscherin die #MeToo-Bewegung, die sich seit 2017 in den USA und dann auch hierzulande verbreitete. Manche Männer hätten sich dadurch in ihrer Identität unter Generalverdacht gestellt oder dämonisiert gesehen (was allerdings keine Unterstellung, sondern Tatsache ist, wenn man sich den fanatischen Männerhaß junger Frauen vor Augen hält, die bei der jüngsten Berlin-Wahl zu 80 Prozent linke bis linksradikale Parteien wählten). Das habe den Wunsch nach einer radikalen Gegenkultur verstärkt. Ebner fordert, die „Frustrationen“ junger Männer ernst zu nehmen. Linke und Liberale hätten deren Bedürfnisse zu lange vernachlässigt und damit ein politisches Vakuum geschaffen, das AfD, Reform UK und MAGA nun füllten. (rk)
Bild von WikiImages auf Pixabay/gemeinfrei
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