Böser Verdacht gegen CDU-Kandidat: Fremdenfeindlichen Überfall nur vorgetäuscht?

Böser Verdacht gegen CDU-Kandidat: Fremdenfeindlichen Überfall nur vorgetäuscht?
Foto: Symbolbild

Uetersen. Peinlich – auf ihrem Weg in die politische Bedeutungslosigkeit ist Unionspolitikern offenbar jedes Mittel recht, noch Aufmerksamkeit zu erhaschen. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt jetzt gegen den Uetersener CDU-Politiker Baris Karabacak wegen des Verdachts, einen fremdenfeindlichen Angriff auf sein Auto erfunden zu haben. Der 39jährige Bürgermeisterkandidat hatte den Vorfall kurz vor der Wahl angezeigt. Nun steht der Verdacht im Raum, daß die geschilderte Tat gar nicht stattgefunden hat.

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Am 23. September meldete Karabacak der Polizei, Unbekannte hätten sein Fahrzeug beschädigt und Scheiben eingeschlagen. Außerdem sei ein Wahlkampfflyer mit einer handschriftlichen Botschaft am Wagen angebracht worden: „KEINE TÜRKEN – ALLE RAUS“. Karabacak selbst wurde in Pinneberg geboren, seine Familie stammt aus der Türkei.

Bereits einen Tag nach der Anzeige kamen der Staatsanwaltschaft Zweifel an der Darstellung. Behördensprecher Peter Müller-Rakow erklärte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Am 24.09.2026 haben sich konkrete Anhaltspunkte dafür ergeben, daß diese Darstellung nicht der Realität entsprechen könnte.“ Daraufhin sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Zudem habe die Staatsanwaltschaft eine Durchsuchung angeordnet und vollstreckt. Dabei sei „unter anderem ein elektronisches Gerät beschlagnahmt worden“, das derzeit ausgewertet werde.

Karabacaks Anwalt Mutlu Günal wies die Vorwürfe zurück. „Herr Karabacak bestreitet den gegen ihn erhobenen Vorwurf mit Nachdruck“, gab er zu Protokoll. Sein Mandant vertraue auf die „objektiven Ermittlungen der Staatsanwaltschaft“ und rechne damit, „daß das Verfahren zeitnah eingestellt wird“.

Der mutmaßliche Angriff hatte auch politische Reaktionen ausgelöst. Amtsinhaber Dirk Woschei von der SPD hatte den Vorfall als „Angriff auf die demokratische Kultur der Stadt“ bezeichnet.

Schleswig-Holsteins CDU-Generalsekretär Lukas Kilian reagierte auf die Ermittlungen unwirsch: „Die erhobenen Vorwürfe machen mich fassungslos.“ Sollte sich herausstellen, daß eine rassistische Straftat vorgetäuscht worden sei, werde damit „die Solidarität vieler Menschen“ mißbraucht und würden Opfer echten Rassismus´ verhöhnt. „Dafür gibt es in der CDU keinen Platz“, erklärte Kilian. Bei bestätigten Vorwürfen erwarte er Karabacaks Parteiaustritt; andernfalls drohe ein Ausschluß.

Genützt hat dem mutmaßlichen Simulanten seine Räuberpistole im übrigen nichts – er wurde mit 10,7 Prozent nur Dritter. (rk)

Bildquelle: Wikimedia/Olaf Kosinsky/CC BY-SA 3.0 de (Bildformat bearb.)

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