Europas offene Flanke: Alle Illegalen-Wege führen nach Spanien

Europas offene Flanke: Alle Illegalen-Wege führen nach Spanien
Foto: Symbolbild

Madrid/London. Spanien ist auf dem besten Weg, zur offenen Flanke Europas für Illegale zu werden. Der Massenansturm von Ceuta Ende Juli hat das überdeutlich gemacht. Unabhängig davon haben kriminelle Schleusernetzwerke nach Berichten britischer Medien schon länger einen neuen Transportweg etabliert – von Großbritannien über Frankreich nach Spanien. Nach Recherchen des „Telegraph“ verlangen die Organisatoren für die Überfahrt bis zu 1.000 Pfund, umgerechnet rund 1.170 Euro.

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Die Schleuser verstecken ihre Kunden auf den Ladeflächen von Lastwagen und bringen sie per Fähre oder durch den Eurotunnel auf das europäische Festland. Für den Weitertransport bis zur spanischen Grenze werden weitere etwa 500 Pfund verlangt.

Die Anwerbung von „Kunden“ erfolgt offenbar gezielt über soziale Netzwerke. Dort veröffentlichen die Banden Videos von Migranten nach ihrer Ankunft in Frankreich oder Spanien. Einige Beiträge erinnern an Reisewerbung und zeigen Familien vor bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm oder dem Kolosseum.

Besonders angesprochen werden Menschen, deren britische Arbeits- oder Studentenvisa abgelaufen sind und die einer Abschiebung entgehen möchten.

Als wichtiger Anreiz gilt das jüngste spanische „Regularisierungsprogramm“, das aus Illegalen Legale macht. Unter bestimmten Voraussetzungen können Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus in Spanien seit einigen Wochen eine Legalisierung ihres Aufenthalts beantragen. Migrationsexperten gehen davon aus, daß viele Betroffene anschließend auf die Möglichkeiten des Schengen-Raums zum Reisen und Arbeiten hoffen – und zu einem nicht unerheblichen Teil nach Deutschland kommen werden.

Das Regularisierungsprogramm stößt in mehreren EU-Staaten auf scharfe Kritik. Nach dem jüngsten Ansturm auf Ceuta nahm die Diskussion über die europäische Zuwanderungspolitik zusätzlich Fahrt auf. Italien führte zeitweise verstärkte Kontrollen für Einreisende aus Spanien ein, weitere europäische Staaten verlangen eine strengere gemeinsame Migrationspolitik. Doch die sozialistische Sánchez-Regierung in Madrid stellt sich quer. So ist der nächste Migrantenansturm schon vorprogrammiert. (mü)

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Kommentare 2

Mike Hunter

Am besten streicht man mal der Sanchezregierung, analog zu Ungarn, sämtliche EU Subventionen. Und schon stellt der sich nicht mehr quer. Die restlichen Völker Europas wollen das mehrheitlich so!

Peter Luders

An Ceuta erschrickt die Welt wegen ca. 80.000 Migranten... Dass eine noch viel grössere Menge aggressiver Menschen Jahr für Jahr illegal nach Deutschland wandert und Stadtbild, Sozialamt und Kriminalitätsstatistik prägt ist dann aber selbstverständlich.

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