Angebliches CIA-Papier: Israel vor dem inneren Zerfall

Angebliches CIA-Papier: Israel vor dem inneren Zerfall
Foto: Symbolbild

Washington/Langley. Wenige Wochen vor den für den 27. Oktober angekündigten Knessetwahlen in Israel sorgt ein angeblich geheimes CIA-Papier für Aufsehen. Wie die US-Portale „Drop Site News“ und „Capital & Empire“ berichten, warnt eine Analyse der Geheimdienstler vor einer inneren Zerreißprobe Israels. Die Untersuchung unter dem Titel „Fracture From Within“ – „Bruch von innen“ – soll aus der sogenannten Red-Cell-Abteilung der CIA stammen. Eine Bestätigung durch den US-Geheimdienst gib es dafür allerdings nicht.

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Die Red Cell untersucht alternative Szenarien und hinterfragt vorherrschende Annahmen. Ihre Einschätzungen sind deshalb nicht mit einer offiziellen Gesamtbewertung gleichzusetzen. Laut „Drop Site News“ beschreibt das Papier einen „explosiven Cocktail“ aus wirtschaftlichem Druck, Kriegsfolgen, Streit um die Wehrpflicht und einer akuten Verfassungskrise. Eine zitierte Quelle faßt die Gefahr mit den Worten zusammen, Israel sei nur „einen Funken von einem echten inneren Konflikt“ entfernt.

Als erheblichen Krisenfaktor nennt die Analyse die hohen Lebenshaltungskosten. Lebensmittel, darunter frisches Obst und Gemüse, seien innerhalb von zwei Jahren um 9,5 Prozent teurer geworden. Gleichzeitig binden Militäreinsätze und wiederholte Reservisteneinberufungen Arbeitskräfte und belasten die Wirtschaft.

Ein weiteres Risiko sieht die Bewertung in der Heimkehr schwerbewaffneter Soldaten aus langen Einsätzen, viele davon mit psychischen Belastungen. Die Lockerung der Regeln für privaten Waffenbesitz verstärke die Sorge vor unkontrollierbarer Gewalt. Der Bericht behauptet allerdings nicht, daß bereits ein paramilitärisches Milieu im Land entstanden sei.

Besonders scharf wird in der israelischen Öffentlichkeit der Konflikt um die Wehrpflicht geführt. Ultraorthodoxe Männer sind weitgehend vom Militärdienst befreit, während andere Israelis wiederholt ihre Arbeitsplätze und Familien für Einsätze verlassen müssen. Regierungschef Netanjahu ist allerdings auf die ultraorthodoxen Parteien angewiesen, was die Bildung einer künftigen Regierungsmehrheit erschweren könnte.

Auch der ungelöste Streit um die Justizreform von 2023 und die politische Verantwortung für die Sicherheitsversäumnisse vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 tragen laut Analyse zur inneren Polarisierung bei. Hinzu komme eine abnehmende Unterstützung in den USA. Eine von „Drop Site News“ zitierte Pew-Umfrage soll im Frühjahr 2026 ergeben haben, daß 60 Prozent der Amerikaner Israel negativ bewerteten.

Die Analyse skizziert mögliche Folgen wie Kapitalabzug, neue regionale Spannungen und eine stärkere Isolation Israels. Allerdings ist unklar, wie belastbar das Szenario des Papiers ist. Die beschriebenen gesellschaftlichen Konflikte sind real; ob sie tatsächlich das Zeug haben, einen inneren Zusammenbruch des Judenstaates auszulösen, ist letztlich Kaffeesatzleserei. (mü)

Bildquelle: Wikimedia/Dr. Zachi Evenor/CC BY 2.0

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