Entdollarisierung schreitet voran: Zentralbanken rücken vom Dollar ab

Entdollarisierung schreitet voran: Zentralbanken rücken vom Dollar ab
Foto: Symbolbild

Washington. Der US-Dollar verliert bei zahlreichen Zentralbanken an Rückhalt. Nach einer weltweiten Erhebung des Official Monetary and Financial Institutions Forum (OMFIF) wollen erstmals seit Beginn der Befragungen im Jahr 2023 mehr Notenbanken ihre Dollarreserven in den kommenden zehn Jahren verringern als ausbauen. Nach Einschätzung von CNN spiegeln diese Pläne die gewachsene politische und geopolitische Unsicherheit wider, die inzwischen mit der amerikanischen Leitwährung verbunden wird.

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Zu den Belastungsfaktoren zählen nach dieser Einschätzung unter anderem der von den USA (zusammen mit Israel) vom Zaun gebrochene Krieg im Nahen Osten, dessen Folgen die Energiemärkte erschüttert haben, sowie die von US-Präsident Donald Trump angekündigten neuen Strafzölle. Beide Entwicklungen verstärken nach Ansicht vieler Währungshüter die Risiken für den Dollar.

Der schleichende Bedeutungsverlust der US-Währung zeigt sich auch in den Devisenreserven. Nach Angaben von J.P. Morgan fiel der Anteil des Dollars bereits im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit zwanzig Jahren. Auch das OMFIF spricht deshalb – wie viele andere Institutionen und Beobachter des globalen Währungsgeschehens – von einer allmählichen „Entdollarisierung“ des internationalen Finanzsystems. Gleichwohl dürfte der Dollar noch auf absehbare Zeit hinaus die wichtigste Reservewährung bleiben. In den vergangenen fünf Jahren lag sein Anteil an den weltweiten Währungsreserven bei rund 58 Prozent.

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Parallel dazu richten zahlreiche Zentralbanken ihre Aufmerksamkeit stärker auf andere Währungen. Gefragt sind vor allem der Singapur-Dollar, der südkoreanische Won, der südafrikanische Rand, der Euro und der chinesische Renminbi. Fast alle befragten Notenbanken betrachten den Renminbi inzwischen als geeignetes Instrument zur breiteren Streuung ihrer Reserven. Rund zwei Drittel sehen zugleich den Euro für den internationalen Handel an Bedeutung gewinnen. 29 Prozent planen, ihre Euro-Bestände langfristig auszubauen.

Auch Gold gewinnt weiter an Gewicht. Trotz eines Preisanstiegs von rund 20 Prozent binnen Jahresfrist wollen so viele Zentralbanken wie nie zuvor ihre Goldreserven aufstocken. Dahinter stehen zunehmende Zweifel an der Stabilität des internationalen Währungssystems sowie die Sorge vor einer weiteren Verschärfung geopolitischer Spannungen. Das Edelmetall entwickelt sich damit für viele Notenbanken weiter zu einem zentralen Baustein ihrer Reservepolitik. (mü)

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