Eklat in Moskau: Kein Handschlag für Lambsdorff

Eklat in Moskau: Kein Handschlag für Lambsdorff
Foto: Symbolbild

Moskau/Berlin. Zwischen Moskau und Berlin hängt der Haussegen so schief wie noch nie seit dem Kalten Krieg. Jetzt verweigerte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa dem scheidenden deutschen Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, bei dessen jüngster Einbestellung ins Ministerium sogar den Handschlag. Sacharowa begründete die Geste mit Lambsdorffs „unverhohlener Russophobie“.

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„Eine Pflicht, einen angebotenen Händedruck zu erwidern, sieht das diplomatische Protokoll nicht vor“, wird Sacharowa von der russischen Nachrichtenagentur TASS zitiert. Das Protokoll lasse es zu, eine politische Haltung zu zeigen. Die Verweigerung sei eine direkte Antwort auf die Haltung des Botschafters gewesen. Ob Lambsdorff das verstanden hat, ist nicht bekannt – er versteht kein Russisch.

Lambsdorff steht seit August 2023 an der Spitze der deutschen Vertretung in Moskau und hat dort viel Porzellan zerschlagen. Sein Nachfolger soll nun Clemens von Goetze werden. 

Im Verlauf des Gesprächs am 13. Juli wurde der Botschafter darauf hingewiesen, daß die zunehmende militärische Unterstützung der Ukraine durch Berlin aus russischer Sicht nicht akzeptabel sei. Die Bundesregierung will neuerdings nicht nur in Washington Raketen für Kiew einkaufen, sondern zusätzlich in Fabriken in Deutschland Raketen und Drohnen für die Ukraine fertigen. Wie die „New York Times“ dieser Tage anhand eigener Recherchen dokumentierte, kamen Tausende hochmoderner KI-Drohnen des Münchner Drohnenherstellers Helsing bereits gegen Rußland zum Einsatz – auch gegen zivile Ziele. Der Münchner Hersteller räumte dem US-Bericht zufolge ein, daß der ukrainische Kriegsschauplatz ein gigantisches Testareal sei – das ukrainische Militär leite Einsatzdaten in großem Stil an Helsing weiter, damit die Drohnen weiter optimiert werden können. Daß Rußland diesen Aktivitäten, die Deutschland faktisch längst zur Kriegspartei gemacht haben, nicht ewig tatenlos zuschauen kann, liegt auf der Hand. (mü)

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