Dreiste Anschuldigung: Putin ist schuld am AfD-Erfolg

Dreiste Anschuldigung: Putin ist schuld am AfD-Erfolg
Foto: Symbolbild

Magdeburg/Moskau. Knapp einen Monat vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegen bei den etablierten Parteien und den ihnen angeschlossenen Medien die Nerven bloß: noch nie standen die Chancen so gut, daß die AfD stärker als alle anderen Parteien wird und damit erstmals einen Ministerpräsidenten stellt. Deshalb müssen jetzt alle Register gezogen werden, um die AfD zu diskreditieren. Keine Anschuldigung kann zu dümmlich sein.

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Ein Vorwurf, der immer zieht, heißt Putin. Tatsächlich melden sich jetzt die ersten „Experten“, die mehr oder weniger unverhohlen den Kremlchef als Strippenzieher hinter dem Aufstieg der AfD ausmachen. So will der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen Anhalt, Maik Reichel, verstärkt „Desinformation“ im Internet registriert haben, etwa zum Thema Briefwahl. Im Radiosender WDR 5 erklärte er weiter, es gebe gezielte Versuche, Politiker verschiedener Parteien zu diskreditieren. Auffällig sei jedoch, daß AfD- und BSW-Politiker von den Kampagnen kaum oder gar nicht betroffen seien. „Wir erleben gerade diese Angriffe, die versuchen, gegen bestimmte Personen vorzugehen“, orakelt er.

Als möglicher Urheber rückt nach Ansicht des Bildungsexperten Rußland in den Blick. „Wir wissen ja schon seit geraumer Zeit, daß Rußland versucht, entsprechend Einfluß zu nehmen“, behauptet Reichel. Er verweist auf frühere Ermittlungen zu ähnlichen Vorgängen und ergänzt: „Ich bin mir auch sicher, daß hier von dort aus versucht wird, entsprechend einzugreifen.“

Nur: Die AfD braucht Putin überhaupt nicht für ihren Erfolg – die desaströse Politik der Altparteien in allen denkbaren Bereichen ist Erklärung genug für die sensationellen AfD-Umfrageergebnisse. Auch die jüngsten Umfragen von Infratest dimap für den MDR sowie von INSA für den Focus, beide von Ende Juli, sehen die AfD mit 41 Prozent deutlich vor der CDU mit 24 Prozent. Die Linke erreicht 13 beziehungsweise 14 Prozent. SPD, Grüne, FDP und BSW bewegen sich zwischen vier und sieben Prozent. Ob weitere Parteien den Einzug in den Landtag schaffen, gilt als entscheidend für die Mehrheitsverhältnisse. Gelingt dies nicht, könnte der Vorsprung der AfD für eine absolute Mehrheit reichen – ganz ohne den Kreml. (rk)

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