Die Welt urteilt über die Unruhen in Frankreich: „Suizidaler Fall Europas“
Paris/Moskau/Washington. Mit den jüngsten Ausschreitungen und Plünderungen hat Frankreich seinem Image als „Grande Nation“ keinen guten Dienst erwiesen. Weder sind die Unruhen dem Anschein militärischer Stärke förderlich, den sich Paris im Ukrainekrieges geben will, noch bieten sie der Welt das Bild eines funktionierenden, intakten Landes.
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US-Präsident Donald Trump nutzte die Bilder von brennenden Innenstädten für einen Frontalangriff auf die verfehlte französische Migrationspolitik. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Die Migranten haben Frankreich übernommen. Die Grenzen müssen geschlossen werden – und zwar schnell!“ Bereits zuvor hatte er gewarnt: „Frankreich brennt! Die Einwanderung von Menschen aus einer völlig anderen Welt – Menschen mit Haß im Herzen – hat dieses einst großartige Land zerrüttet.“ Sein dringender Rat: „Schließt eure Grenzen und übernehmt die Kontrolle, bevor es zu spät ist!“
Auch US-Vizepräsident JD Vance stellt die Migrationspolitik des Westens an den Pranger. Westliche Linksliberale hätten „die Dritte Welt im Namen von Vielfalt und Mitgefühl nach Frankreich und in andere Länder importiert“, wirft er der politischen Klasse vor. Dabei seien grundlegende Fragen der Assimilation und kulturellen Vereinbarkeit ignoriert worden. Vance verband damit einen Seitenhieb auf die US-Demokraten: die Amerikaner sollten aufmerksam verfolgen, welche Zukunft diese für ihr Land anstrebten.
Vor allem aus Moskau kommt harsche und ins Grundsätzliche gehende Kritik. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Unruhen als „schwere Krise“ und erklärte: „Diese Unruhen in Europa grenzen an Chaos.“ Zwar handle es sich um eine innere Angelegenheit der betroffenen Länder, doch Moskau beobachte, wie sich das Chaos von Frankreich auf Italien ausweite. Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew sprach auf X vom „suizidalen Fall Europas“ und machte – völlig zu Recht – die „selbstverschuldete Migrationskrise“ für die Ausschreitungen verantwortlich. Senator Alexey Pushkov befand gar: „Frankreich befindet sich im Bürgerkrieg.“
Die russische Außenamtssprecherin Marija Sacharowa warf Paris Heuchelei vor. Frankreich belehre andere Staaten über Meinungs- und Versammlungsfreiheit, gehe gegen Proteste im eigenen Land aber mit harter Polizeigewalt vor. Zugleich verknüpfte sie die Unruhen mit den französischen Waffenlieferungen an die Ukraine: für die Unterstützung Kiews gebe Paris Unsummen aus, während Geld für Schulen und die Entlastung der Familien im eigenen Land fehle. Staatsnahe russische Medien verbreiteten hämische Kommentare. Die Zeitung „Wedomosti“ sprach von der „Todesagonie des Macronismus“.
Auch El Salvadors Präsident Nayib Bukele meldete zu Wort. Frankreich könne seine Probleme binnen einer Woche lösen, erklärte er. Mit dem erfolgreichen Kampf gegen die ausufernde Kriminalität habe sein eigenes Land innerhalb eines Jahres ein „hundertmal schwerwiegenderes“ Problem überwunden, obwohl ihm nicht die Mittel Frankreichs zur Verfügung gestanden hätten. Bukeles hartes Vorgehen gegen die Kriminalität ist freilich mit massenhaften Festnahmen und autoritären Methoden verbunden, die international scharf kritisiert werden; erfolgreich ist es aber allemal. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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