Deutschland rüstet auf: Erwerb amerikanischer „Tomahawk“-Marschflugkörper

Deutschland rüstet auf: Erwerb amerikanischer „Tomahawk“-Marschflugkörper
Foto: Symbolbild

Berlin/Kiew. Mit der Entscheidung zum Erwerb amerikanischer „Tomahawk“-Marschflugkörper setzt Deutschland auf Aufrüstung. Kanzler Merz kündigte nach seiner Rückkehr vom NATO-Gipfel in Ankara im Bundestag an, die Systeme in Deutschland stationieren zu wollen. Ziel sei es, die Bundesrepublik unabhängiger von politischer Erpreßbarkeit zu machen. Kritiker beurteilen die Situation jedoch anders.

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Die „Tomahawk“-Marschflugkörper verfügen über eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern und könnten damit von deutschem Boden aus sogar Ziele weit im russischen Hinterland erreichen; Moskau liegt rund 1.600 Kilometer entfernt. Damit handelt es sich bei den „Tomahawks“ nicht um ein rein defensives System, sondern um eine Angriffswaffe, die Deutschland im Ernstfall selbst zum militärischen Ziel machen könnte.

Die Bundesregierung verweist auf die russische Stationierung von „Iskander“-Raketen in Königsberg (Kaliningrad) sowie auf die generell verschärfte Sicherheitslage in Europa. Kritiker halten dagegen, Rußland habe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs keine Angriffswaffen gegen NATO-Staaten eingesetzt. Demgegenüber werde die Ukraine seit Jahren mit umfangreichen deutschen Waffenlieferungen und beim Bau weitreichender Drohnen unterstützt, mit denen bereits regelmäßig russische Ziele angegriffen werden. Hinzu kommt noch die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit bei der Fertigung des ukrainischen Marschflugkörpers „Bars“ in Deutschland. Das System hat laut der Vereinbarung ebenfalls eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern und soll an die Ukraine geliefert werden. Im Kreml muß das zwangsläufig als doppelte Bedrohung interpretiert werden.

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Denn die Begründung aus Berlin, es handle sich bei der „Tomahawk“-Stationierung um eine reine Verteidigungsmaßnahme, ist wenig überzeugend. Marschflugkörper dieser Reichweite sind in erster Linie für Angriffe auf Kommandostellen, Flugplätze und andere strategische Ziele vorgesehen. Schon im eigenen Überlebensinteresse wird Moskau auf die Stationierung reagieren müssen. Nicht umsonst wurde dieser Tage der deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, ins russische Außenministerium einbestellt. Ihm wurde mitgeteilt, daß Berlin nach russischer Überzeugung unmittelbar an den Angriffen des Kiewer Regimes auf die zivile Infrastruktur in Rußland beteiligt ist, die das Ministerium als Terroranschläge bewertet.(mü) 

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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