China, Indien und USA profitieren: Maschinenbau verlagert Forschung ins Ausland
Berlin. Mit dem Industriestandort Deutschland geht es weiter bergab. Ein gewichtiges Indiz dafür ist die Entwicklung im Maschinenbausektor, eigentlich eine Kernkompetenz der deutschen Industrie. Aber: Deutschlands Maschinenbau produziert nicht nur zunehmend außerhalb des Landes – auch Forschung und Entwicklung wandern ab. Nach einer Befragung des Maschinenbauerverbandes VDMA unter 400 Unternehmen wollen 69 Prozent ihre Entwicklungsaktivitäten im Ausland ausbauen. Bereits 43 Prozent betreiben dort schon jetzt Forschung. Je größer das Unternehmen, desto höher der Auslandsanteil: bei Firmen mit weniger als 100 Beschäftigten beträgt er 15 Prozent, bei Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitern 57 Prozent und bei Konzernen mit mindestens 1000 Beschäftigten 90 Prozent.
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Die Branche beschäftigt rund 190.000 Ingenieure und gilt als wichtiger Partner für neue Produkte und Produktionsverfahren. Insgesamt entwickeln sich die FuE-Ausgaben noch moderat: 39 Prozent der Befragten steigerten ihre Investitionen, 18 Prozent reduzierten sie. Die Dynamik ist an ausländischen Standorten grundsätzlich größer.
VDMA-Vizegeschäftsführer Hartmut Rauen verweist auf die schwache Geschäftslage und steigende Standortkosten: „Innovation findet nicht im luftleeren Raum statt. Eine angespannte Ergebnissituation und strukturelle Standortnachteile begrenzen den finanziellen Spielraum auch für Zukunftsinvestitionen.“
China, Indien und die USA werden als Abwanderungsziele für deutsche Maschinenbauer immer wichtiger. Deutschland und andere europäische Standorte dürften nach Rauens Einschätzung dagegen bestenfalls stagnieren. 71 Prozent der Unternehmen sehen inzwischen China als innovationsstärksten Wettbewerber, Deutschland kommt auf 65 Prozent. Bis 2024 hatte Deutschland in dieser Einschätzung noch vor China gelegen. Bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz in Innovationsprozessen werden China und die USA ebenfalls stärker bewertet. (se)
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