Brüssel dreht den Geldhahn zu: Rußland soll nicht an der Biennale teilnehmen

Brüssel dreht den Geldhahn zu: Rußland soll nicht an der Biennale teilnehmen
Foto: Symbolbild

Brüssel. Viereinhalb Jahre nach Kriegsausbruch in der Ukraine gibt sich die EU unversöhnlicher denn je. Sie produziert nicht nur immer neue Sanktionspakete gegen Rußland, sondern zieht jetzt sogar gegen die russische Kunst zu Felde: sie streicht der Kunstbiennale in Venedig die finanzielle Unterstützung.

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Eigentlich wollten die Veranstalter – im Gegensatz zu den Eurokraten – letzte Gesprächskanäle mit Moskau offenhalten und wollten Rußland deshalb erstmals seit Kriegsbeginn wieder an der renommierten Ausstellung teilnehmen lassen. Doch Brüssel sagt „Njet“: EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte nach dem jüngsten Treffen der Außenminister: „Kultur und Unterstützung dürfen nicht zu Instrumenten der Schönfärberei von Aggression werden.“ Deshalb stelle die EU-Kommission „die Finanzierung der Biennale von Venedig ein“.

Bereits im Mai hatte Brüssel angekündigt, Fördergelder in Höhe von rund zwei Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren auszusetzen. Die Mittel stammen aus europäischen Kulturprogrammen.

Die traditionsreiche Ausstellung wurde 1895 gegründet und zählt zu den bedeutendsten Kunstereignissen weltweit. In diesem Jahr dauert sie vom 9. Mai bis zum 22. November. Die nationalen Pavillons gelten seit jeher als Bühne kultureller Selbstdarstellung und diplomatischer Symbolik. Gerade deshalb löste die Rückkehr Rußlands, die im März bekanntgegeben wurde, in mehreren europäischen Staaten heftige Kritik aus.

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Befürworter eines Ausschlusses argumentieren, eine offizielle russische Beteiligung könne dem Kreml internationale Legitimität verschaffen und die Folgen des Krieges relativieren. Die Leitung der Biennale hält dagegen, die Ausstellung verstehe sich als Forum künstlerischer Freiheit und internationalen Austauschs. Sie sehe sich deshalb nicht in der Lage, einzelne Staaten auszuschließen.

Scharfe Kritik am Vorgehen der EU kommt aus Italien. Venetiens Regionalpräsident Luca Zaia sprach von einem „Akt institutioneller Arroganz und beispielloser Feindseligkeit gegenüber einer der renommiertesten Kulturinstitutionen der Welt“. (mü)

Bildquelle: xusenru/pixabay

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