500 Milliarden Euro „Bürokratieverlust“: Deutschlands neue Regulierungsindustrie

500 Milliarden Euro „Bürokratieverlust“: Deutschlands neue Regulierungsindustrie
Foto: Symbolbild

Grünwald b. München. Die wachsende Bürokratie in Deutschland wird immer mehr zum profitablen Geschäftsmodell. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des AfD-nahen Instituts für konservative Wirtschaftspolitik (IKW). Während die Industrie schrumpft, florieren diejenigen Branchen, die mit Regulierungen verdienen.

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Laut IKW zählten die vier regulierungsnahen Dienstleistungsfelder – Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung sowie technische und chemische Untersuchungen – im vergangenen Jahr mehr als 1,3 Millionen Beschäftigte. Der gemeinsame Umsatz erreichte 178 Milliarden Euro. Das Institut korreliert diese Zahlen mit einer anderen Entwicklung: zwischen 2015 und 2025 fiel die industrielle Wertschöpfung in Deutschland um 7,8 Prozent. Die preisbereinigten Umsätze der Berater- und Zertifizierungsbranchen stiegen dagegen um 28,4 Prozent. Die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe wuchs lediglich um 1,5 Prozent, während die regulierungsnahen Dienste einen Zuwachs von 32,6 Prozent verzeichneten. Spitzenreiter ist die Unternehmensberatung mit einem Umsatzplus von 35,2 Prozent und einem Beschäftigungsplus von 44,3 Prozent.

Das IKW beziffert den jährlichen „Bürokratieverlust“ auf eine Summe von knapp 500 Milliarden Euro. Grundlage für diesen Befund ist eine IW-Umfrage, wonach ein durchschnittlicher Arbeitnehmer etwa einen Tag pro Woche für Berichtspflichten aufwendet, eine Führungskraft sogar zwei.

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IKW-Geschäftsführer Christopher Kofner, der auch Sprecher des Landesfachausschusses für Steuern und Finanzen der AfD Bayern ist, resümiert: „Die Studie zeigt eine gefährliche Strukturverschiebung: Deutschland entfernt sich vom Produzieren und bewegt sich immer stärker hin zum Prüfen, Beraten, Zertifizieren, Dokumentieren und Verwalten.“ Aus jeder neuen Berichtspflicht entstehe Nachfrage nach externer Beratung, Prüfung und Zertifizierung. „Das ist kein produktiver Fortschritt, sondern eine Umleitung von Kapital, Personal und Managementzeit aus der Realwirtschaft in eine Bürokratiebewältigungswirtschaft.“ (rk)

Bild: Pixabay/Gemeinfrei

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Kommentare 1

Hans S. II

Mögen sie alle recht bald durch KI ersetzt und einer produktiven Tätigkeit zugeführt werden – viele wahrscheinlich sogar zum ersten Mal im Leben!

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