Wegen Spendenvorwürfen: Nigel Farage gibt Mandat ab – und will im Triumph zurückkommen
London. „Mr. Brexit“ Nigel Farage ist wieder in den Schlagzeilen. Der Vorsitzende der rechten „Reform UK“ kündigte an, sein Mandat im britischen Unterhaus niederzulegen und sich anschließend in einer Nachwahl erneut dem Votum der Bürger zu stellen. Seine politische Laufbahn wolle er damit keineswegs beenden. Vielmehr sollen die Wähler seines Wahlkreises Clacton in der Grafschaft Essex über gegen ihn erhobene Vorwürfe entscheiden.
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Der frühere Brexit-Vorkämpfer steht seit Wochen wegen Spenden und finanzieller Zuwendungen unter Druck. In einer emotionalen Rede erhob Farage schwere Vorwürfe gegen die Medien. „Ich war in meinem Leben noch nie wütender“, erklärte er und sprach von einer Kampagne gegen ihn und seine Familie. Zugleich kündigte er an: „Ich werde kämpfen, um zu gewinnen.“
Britische Abgeordnete sind verpflichtet, Nebeneinkünfte sowie Spenden offenzulegen. Die Regelung gilt auch für den Zeitraum von bis zu einem Jahr vor dem Einzug ins Parlament. Nach einem Bericht der „Sunday Times“ soll ein wegen Betrugs verurteilter Krypto-Unternehmer bereits vor Farages Wahl Sicherheitsmaßnahmen und Mitarbeiter finanziert haben. Daraufhin verlangte ein Abgeordneter der Liberaldemokraten eine Untersuchung durch den Ethikbeauftragten des Unterhauses. Bereits zuvor war gegen Farage ein Verfahren wegen einer nicht gemeldeten Millionenspende eines weiteren Krypto-Milliardärs eingeleitet worden.
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Trotz dieser Affären bleibt „Reform UK“ politisch auf der Siegerstraße. Die Partei liegt derzeit in den Umfragen an der Spitze und errang bei den Kommunalwahlen im Mai nahezu 1.500 Mandate.
Farage hat bereits mehrfach mit taktischen Rücktritten überrascht. Nach dem Brexit-Referendum 2016 verließ er zunächst die Spitze der UKIP, kehrte später jedoch an der Spitze der Brexit-Partei zurück. Nach dem EU-Austritt trat er erneut ab, ehe er kurz vor der Parlamentswahl 2024 wieder den Vorsitz von „Reform UK“ übernahm. (mü)
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