Wegen Rathausbrand in Limoges: Linksextremist festgenommen
Limoges/Paris. Drei Tage nach dem verheerenden Brand im Rathaus der südwestfranzösischen Stadt Limoges haben Spezialeinsatzkräfte einen Hauptverdächtigen festgenommen. Der 34jährige Mann wurde am Dienstagmorgen in Val-d’Issoire, rund 50 Kilometer vom Tatort entfernt, von der Spezialeinheit RAID aufgegriffen. Französischen Medien zufolge handelt es sich um einen vorbestraften „Aktivisten der extremen Linken“. Die Ermittler stützen sich unter anderem auf sichergestellte Videoaufnahmen.
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Am vergangenen Samstag hatten maskierte Randalierer während der landesweiten Unruhen das Rathaus angegriffen und in Brand gesetzt. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert brannte völlig aus. Bilder vom Einsturz des Glockenturms sorgten landesweit und international für Entsetzen.
Nach Angaben des Senders TF1 war der Festgenommene den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Unter anderem soll er bei einer Demonstration an einer Gewalttat gegen einen Polizisten beteiligt gewesen sein. Außerdem verfüge er über „zahlreiche Verbindungen zur extremen Linken in der gesamten Haute-Vienne“, berichtete der Sender.
Bei der Demonstration in Limoges versammelten sich nach Behördenangaben rund 5.000 Menschen. Darunter befanden sich laut Polizei „mehrere hundert radikalisierte und extrem gewalttätige Personen“, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete. Vor dem Rathaus kam es zu heftigen Zusammenstößen mit den Ordnungskräften. Angreifer zerschlugen Fensterscheiben, drangen in das Gebäude ein und legten Feuer. Zugleich wurden zahlreiche Geschäfte in der Innenstadt geplündert.
Bürgermeister Guillaume Guérin machte anschließend die Regierung von Präsident Emmanuel Macron für das Ausmaß der Zerstörung mitverantwortlich. Die Polizei habe „nicht genügend Mittel“ zur Verfügung gehabt und sich schließlich vor den Randalierern zurückgezogen. Guérin forderte den Staat auf, für den Wiederaufbau des Rathauses aufzukommen. (mü)
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