Dobrindt tritt auf die Bremse: Strengere Sprachtests bei Einbürgerungen
Berlin. Um die Einbürgerungspolitik wird in Berlin ein hartnäckiger Kampf geführt. Während linke Regierungen wie etwa in Berlin die Einbürgerungszahlen sogar mit formellen Sollzahlen nach oben treiben, vertritt die Bundesregierung – offiziell – zumindest einen entgegengesetzten Kurs und will insbesondere die von der „Ampel“ eingeführte „Turboeinbürgerung“ nach nur drei Jahren Aufenthalt in Deutschland abschaffen.
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Auch die Anforderungen an die Sprachprüfung für Einbürgerungswillige will das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) verschärfen. Das Ministerium begründet den Schritt unter anderem mit zunehmenden Betrugsversuchen. Gefälschte Prüfungsfragen und Lösungen für den Prüfungsteil „Hören und Lesen“ sollen illegal im Internet verkauft worden sein.
Bislang konnten Teilnehmer schwächere Leistungen in einem Prüfungsbereich durch bessere Ergebnisse in einem anderen ausgleichen. Diese Möglichkeit soll künftig entfallen. Wer das für die Einbürgerung erforderliche Sprachniveau B1 erreichen will, muß demnach in den Bereichen „Hören und Lesen“ sowie „Schreiben“ jeweils mindestens das Niveau A2 nachweisen. Gute Leistungen in einem Teil können unzureichende Ergebnisse im anderen damit nicht mehr ausgleichen.
Das Ministerium verweist auf die Bedeutung der deutschen Sprache für die Integration. Ausreichende Sprachkenntnisse seien für die Arbeit, die Bewältigung des Alltags und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erforderlich. Die geplanten Änderungen sollen zugleich verhindern, daß sich Bewerber durch manipulierte Prüfungsunterlagen oder unzureichende Einzelleistungen die Voraussetzungen für die Einbürgerung erschleichen.
Mit den strengeren Prüfungsanforderungen will das Innenministerium sicherstellen, daß Einbürgerungsbewerber ihre Deutschkenntnisse in mehreren Bereichen tatsächlich nachweisen.
Die Einbürgerungszahlen sind in den letzten Jahren geradezu explodiert. Im Jahr 2025 erhielten insgesamt 333.343 (!) Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft. Das waren 14,2 Prozent mehr als 2024, als ebenfalls bereits 292.020 Einbürgerungen erfolgten. (rk)
Bildquelle: Bild von Tom auf Pixabay/gemeinfrei
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