US-Republikaner vor Turbulenzen: Steve Bannon prophezeit Machtkampf

US-Republikaner vor Turbulenzen: Steve Bannon prophezeit Machtkampf
Foto: Symbolbild

Washington. Unruhige Zeiten voraus: nach den Midterms könnte den US-Republikanern eine heftige Zerreißprobe ins Haus stehen. Davon ist Steve Bannon überzeugt, der frühere Chefstratege von Donald Trump. Im Gespräch mit der „Financial Times“ erwartet er einen innerparteilichen „Bürgerkrieg“, der sich vor allem an der Suche nach einem Präsidentschaftskandidaten für 2028, aber auch an zentralen inhaltlichen Fragen entzünden dürfte.

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Bereits für die Übergangszeit zwischen den Midterms und dem Amtsantritt des neuen Kongresses im Januar rechnet Bannon mit „gewaltigen Auseinandersetzungen“. Umstritten seien unter anderem die horrend hohen Verteidigungsausgaben, die Schuldenobergrenze, die Haushaltspolitik und die Regulierung Künstlicher Intelligenz (die Präsident Trump rundweg ablehnt). „Wir werden einen gewaltigen Kampf über diese Themen erleben und darüber, wer sich auf welcher Seite positioniert“, sagte er. Hierbei würden sich die künftigen Führungspersönlichkeiten der Partei herausbilden.

Weitere Konfliktfelder sieht Bannon in der Einwanderungspolitik, dem Verhältnis zu Israel und zum Deep State. Besonders deutlich äußerte er sich zu möglichen neuen Militäraktionen gegen den Iran. Sollte Trump einen solchen Angriff anordnen, würden die Menschen „völlig durchdrehen“. Er selbst werde „an vorderster Front“ des Widerstands stehen. Teile der MAGA-Bewegung hatten bereits die bisherigen amerikanischen Angriffe auf den Iran kritisiert – schließlich hatte auch Trump selbst im Wahlkampf damit geworben, die USA nicht in weitere Konflikte rund um den Globus zu verwickeln.

Bannon geht es um die Zukunft von „America First“. Er wirft Teilen des republikanischen Establishments vor, die MAGA-Bewegung nur als vorübergehende Erscheinung zu betrachten. Manche Funktionäre und Großspender wollten „ihre Partei zurückhaben“ und glaubten, die Wähler würden weiterhin neoliberale und neokonservative Positionen unterstützen. „Aber diese Zeiten sind vorbei“, erklärte Bannon. Die Bewegung werde vielmehr „immer nationalistischer“.

Bannon war früher Herausgeber des rechten Portals „Breitbart“ und gehörte zu Trumps engsten Beratern. 2024 verbüßte er eine viermonatige Haftstrafe, nachdem er sich geweigert hatte, einer Vorladung des Untersuchungsausschusses zum Kapitolsturm vom 6. Januar 2021 Folge zu leisten. (mü)

Foto: Brandon Mowinkel / Unsplash (Unsplash-Lizenz)

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