Teuer, nervig, zeitraubend: So erstickt Bürokratie die deutsche Wirtschaft

Teuer, nervig, zeitraubend: So erstickt Bürokratie die deutsche Wirtschaft
Foto: Symbolbild

Berlin. Von wegen Bürokratieabbau: satte 98 Prozent der deutschen Unternehmen spüren davon rein gar nichts, mehr als die Hälfte sogar zusätzliche Belastungen. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zeigt ein weiteres Regierungsversagen – und ein gebrochenes Wahlversprechen. Für 83 Prozent der befragten Betriebe sind inzwischen nicht etwa die Konkurrenz oder wegbleibende Kunden das größte wirtschaftliche Risiko, sondern Vorschriften und Verwaltungsaufwand. Erst dahinter folgen Arbeitskosten mit 79 und Energiepreise mit 72 Prozent.

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Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger spricht von einem „Sisyphos-Effekt“: kaum hätten Unternehmen eine bürokratische Hürde überwunden, baue der Staat bereits die nächste auf. Die BDA fordert deshalb unter anderem die ersatzlose Abschaffung des Lieferkettengesetzes für den Mittelstand und den Abbau überflüssiger Meldepflichten.

Das Bürokratie-Dickicht ist nicht nur lästig, sondern kostet die betroffenen Betriebe auch viel Geld, wie eine Untersuchung der Bundesbank zeigt. Demnach stiegen die Bürokratiekosten zwischen 2022 und 2024 von durchschnittlich fünf auf sieben Prozent des Jahresumsatzes. Knapp 70 Prozent der Unternehmen betrachten Bürokratie inzwischen als drängendes Problem, 2022 waren es noch 45 Prozent. Besonders stark belasten Steuer- und Finanzberichte, Arbeitsrecht, Umweltauflagen und Datenschutz. Hinzu kommen Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte und IT-Sicherheit.

Vor allem kleinere Betriebe leiden darunter. Sie müssen dieselben Vorschriften erfüllen wie Großunternehmen, verfügen aber selten über eigene Abteilungen für Compliance und Dokumentation. Arbeitszeit und Geld fließen damit in Verwaltungsaufgaben statt in Produktion und Investitionen.

Und die gesamtwirtschaftlichen Kosten sind horrend: allein die Erfüllung staatlicher Informationspflichten verursachte 2024 nach Berechnungen des Sachverständigenrates Kosten in Höhe von rund 193 Milliarden (!) Euro. Zwischen 2022 und 2025 stellte zudem jeder zehnte Betrieb zusätzliches Personal ein, nur um gesetzliche Vorgaben und Dokumentationspflichten bewältigen zu können. (se)

Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei

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