Streit zwischen Madrid und Rabat: Es geht um mehr als Illegale

Streit zwischen Madrid und Rabat: Es geht um mehr als Illegale
Foto: Symbolbild

Ceuta. Zweieinhalb Monate nach dem Illegalen-Ansturm Ende Juli stattet das spanische Königspaar der Exklave Ceuta einen Besuch ab. Es ist auch ein politisches Signal. Das Königshaus signalisiert die Unterstützung und Solidarität des Mutterlandes, das noch immer unter den Folgen der Invasion leidet.

 Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen << 

Zwar räumten Polizei und Militär kurz vor dem Besuch mehrere provisorische Lager. Viele Betroffene wurden in Aufnahmezentren gebracht, andere kehrten nach Marokko zurück. Aber immer noch sind viele Migranten da und leben weiterhin im Freien oder auf den Straßen. Vom zurückgekehrten Normalzustand möchte niemand sprechen.

Probleme gibt es aber auch mit dem Nachbarland Marokko. König Mohamed VI. erklärte, die bisherige Kooperation bei der Begrenzung irregulärer Migration stoße an ihre Grenzen. Spanien behindere Rückführungen von Minderjährigen und Menschen, die unberechtigt Asyl beantragten, und spiele damit kriminellen Schleusernetzwerken in die Hände. Marokko werde niemals „Druck noch Drohungen oder Erpressung“ akzeptieren.

Der Monarch bestreitet, daß sein Land den Ansturm im Juli bewußt begünstigt habe. Zugleich kündigte er einen neuen Vorschlag für die migrationspolitische Zusammenarbeit mit Europa an. Rabat verlangt seit längerem mehr finanzielle Unterstützung für die Kontrolle der Routen nach Europa.

Madrid ist dringend auf die Kooperation angewiesen. Doch der Konflikt mit dem Nachbarland geht weit über die Bewältigung aktueller Migrationsprobleme hinaus: Marokko betrachtet Ceuta und das benachbarte Melilla als eigenes Territorium. Der Besuch des Königspaares unterstreicht hingegen Spaniens Anspruch auf die beiden Exklaven. Und dieses Problem läßt sich nicht mit Geld aus der Welt schaffen. (mü)

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Kommentare 0

Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten!

Kommentar schreiben

Keine Anmeldung nötig. Ihr Kommentar wird nach Prüfung durch die Redaktion freigeschaltet. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Newsletter

Bleiben Sie ZUERST! informiert

Neue Ausgaben, Hintergründe und Angebote – direkt in Ihr Postfach. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.