Schwarze Labour-Abgeordnete: Empörung über Amtseid auf den Koran

Schwarze Labour-Abgeordnete: Empörung über Amtseid auf den Koran
Foto: Symbolbild

London. Um den gescheiterten linken Premierminister Keir Starmer und seine Labour-Party ist es seit dem jüngsten Regierungswechsel in London still geworden. Angesichts der anhaltenden Migrationskrise sind Konservative und Rechte im Aufwind, und Labour hat dem Land viele ungelöste Probleme hinterlassen.

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Jetzt hat im Londoner Wahlkreis Holborn and St. Pancras, den zuvor Starmer innehatte, seine Nachfolgerin mit dem urbritischen Namen Sagal Abdi-Wali sein Erbe angetreten. Sie nahm am Montag ihren Sitz im britischen Unterhaus ein und leistete dabei den Treueeid auf König Charles - mit der Hand auf dem Koran.

Diese Vereidigung löste in den sozialen Medien und in der britischen Öffentlichkeit heftige Reaktionen aus. Die politische Kommentatorin Lucy White, nach eigenen Angaben Mitglied von „Restore Britain“, bezeichnete den Vorgang auf X als „reinen Verrat“ („pure treason“) und forderte, Muslime aus dem Parlament auszuschließen. Ihre Wortmeldung erreichte innerhalb von zwei Tagen rund 185.000 Aufrufe. Auch der frühere RAF-Kampfpilot Tim Davies verlangte auf seinem Account FastJetPerformance: „Das muß aufhören.“ Er sprach sich gegen Muslime in der britischen Regierung aus und begründete dies mit Fragen der religiösen Loyalität.

Tatsächlich ist die Verwendung des Korans bei der Vereidigung zulässig. Britische Abgeordnete können einen religiösen Text ihrer Wahl nutzen oder eine nichtreligiöse Erklärung abgeben. In jedem Fall verpflichten sie sich zur Treue gegenüber dem König und seinen Nachfolgern. Bereits 1997 legte Mohammad Sarwar seinen Eid auf den Koran ab. Auch die Labour-Abgeordnete Naz Shah und die aktuelle Justizministerin Shabana Mahmood beriefen sich bei ihren Amtseiden auf den Koran.

Abdi-Wali kam als Kind aus Somalia nach Großbritannien und wuchs in London-Camden auf. 2022 wurde sie in den Bezirksrat gewählt, im Mai 2026 übernahm sie die Führung des Camden Council. Sie bezeichnet Migration und Vielfalt als „Stärken“ des Bezirks. Politisch beruft sie sich auf „sozialistische Grundsätze“, Solidarität und Gleichheit. Kein Wunder, daß das rechte Lager im Aufwind ist. (mü)

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