Sarrazin im Interview: „Homogene Gesellschaften sind spannungsfreier“

Sarrazin im Interview: „Homogene Gesellschaften sind spannungsfreier“
Foto: Symbolbild

Berlin. 16 Jahre nach Erscheinen seines Bestsellers „Deutschland schafft sich ab“ hat der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin in einem Interview mit dem „Zeit Magazin“ seine damals geäußerten Thesen bekräftigt. In Anbetracht der Entwicklung in Deutschland sieht er keinen Anlaß, irgendetwas zu widerrufen.

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Insbesondere sieht er einen weiteren Rückgang der Bildungsleistungen, der eng mit der Migration verbunden sei. Als Beispiel nennt er Berlin, wo in der dritten Klasse rund die Hälfte der Kinder die Mindeststandards in deutscher Sprache, Lesen und Mathematik verfehle. Ohne die Einwanderungswelle der vergangenen Jahre wäre Deutschland nach seiner Einschätzung bei Wohlstand, Bildung und Gewaltkriminalität besser aufgestellt. Zudem unterstreicht er: „Homogene Gesellschaften sind spannungsfreiere Gesellschaften.“

Im Interview nahm Sarrazin auch Stellung zur AfD. Auf die Frage, was ihn von der AfD trenne, erklärte der frühere SPD-Politiker: „Für alle Parteien gilt, daß es nicht ‚die‘ Partei gibt, also auch nicht ‚die‘ AfD.“ Ihren Erfolg führt er darauf zurück, daß politische Fragen, die viele Bürger beschäftigten, im etablierten Politikbetrieb kaum behandelt würden. Ob er die Partei wählen würde, verriet er nicht.

Als persönliche Grenze nannte Sarrazin antisemitische Aussagen und Verschwörungstheorien. „Wenn jemand kommt und sagt: ‚Die Juden sind unser Unglück‘, dann ist für mich Schluß der Debatte. Oder wenn jemand erkennbar mit Verschwörungstheorien kommt.“

Auf den Vergleich seiner Aussagen zur „kulturellen Überfremdung“ mit Björn Höckes Begriff der „Umvolkung“ entgegnete Sarrazin, es gebe eine „Unschärfe von Begriffen“. „Umvolkung“ könne als polemischer Kampfbegriff verstanden werden, etwa mit Behauptungen über die Bilderberger oder George Soros. Dies sei „völliger Quatsch“. Demgegenüber sei die durch Migration und sinkende Geburtenzahlen verursachte Veränderung des „Volkskörpers“ eine tatsächliche Entwicklung. (rk)

Bildquelle: Bild von Tom auf Pixabay/gemeinfrei

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